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Wilco live

in Düsseldorf: Kleine Schritte aus der Tradition

21.09.2010, 16:11, Text: Christian Steinbrink

Schon lange sind Wilco in Sphären angekommen, in denen Klang und Komposition mehr gelten als purer Aktionismus auf der Bühne. Von daher scheint ein Auftritt im klassischen Konzerthaus Tonhalle in Düsseldorf die für sie perfekte Konstellation zu bieten. Die Fans freuen sich, fragen sich aber eines: Wie wird es sein, in einem Wilco-Konzert zu sitzen?


20.09.2010, Düsseldorf, Tonhalle.

Es dürfte reichlich snobbig wirken, aber wer aus einem Konzerthaus wie der Tonhalle berichtet, muss auch über Sitzplätze reden: Seitliche Rangplätze in so einem Haus besitzen Vor- und Nachteile. Ein Vorteil besteht darin, direkt auf die vielen Superfans Wilcos blicken zu können, die sich teure vordere Parkettplätze geleistet haben, da sitzen und kaum wissen, wohin mit all ihrer euphorischen Energie.


Schließlich kommt die Konstellation dieses Konzertes für diese Fans einem geheimen Traum gleich: Perfekter Klang in einer perfekt darauf ausgerichteten klassischen Konzerthalle, die Band, die sich hierzulande immer noch rar macht und dementsprechend zwar routiniert, aber sicher nicht lustlos ihre Songs spielt und gerne variiert.

Der Nachteil dieser Rangplätze, die der Autor zugewiesen bekam, lehnen sich an die erwähnten Vorteile an: Man könnte Jeff Tweedy und seinen Kumpels zwar beinahe auf die Köpfe spucken, die Ausrichtung der Verstärker und somit des Raumklangs führt aber pfeilgenau an den eigenen Ohren vorbei. Um es mal als Laie ausgedrückt zu haben. Der Druck dieses sowieso ziemlich leisen, erhabenen Sounds zielt auf andere Plätze, und säße man dort, gäbe es diesbezüglich sicher nichts zu meckern. Außerdem geben Rangplätze ja noch andere Vorteile her: Man sieht zum Beispiel mitten in den seitlich aufgebauten, begehbaren Kleiderschrank, in dem ein Roadie die vielen Dutzend Gitarren aufbewahrt, die nur Tweedy gehören und die er nach jedem Song wechselt. Man sieht auch auf den Fuhrpark an Klangerzeugern, die Drummer Glenn Kotche um sich herum drapiert hat und die er so meisterhaft zu bedienen weiß, dass dem Zuschauer die Spucke weg bleibt.


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