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Kate Nash live

in Berlin: Smalltalk und selbstgebackener Kuchen

19.03.2010, 14:13, Text: Christin Sydow, Foto: Sebastian Dudey



Kate Nashs Palette an Mimiken vom verschmitzen Lächeln bis zu ironischer Empörung verwandelt die Show im Admiralspalast in ein Theaterstück. Christin Sydow war dabei.

18.03.2010, Berlin, Admiralspalast.
 
Kate Nash
ist da, samt Band, um ihr neues Album "My Best Friend Is You" zu promoten, das am 23. April erscheint. Das anwesende Publikum im Berliner Admiralspalast kommt folglich in den Genuss, vorab und exklusiv neue Stücke der 22-jährigen Engländerin live zu hören.


Und von Beginn an legt die Songwriterin Wert auf einen guten Draht zu den zahlreichen Gesichtern vor der Bühne: Zwischen den Songs ist immer Zeit für ein bisschen Smalltalk mit den Leuten aus der ersten Reihe. Zum Dank erhält sie von einem weiblichen Fan kurzerhand einen selbstgebackenen Kuchen, den sie stolz der Menge präsentiert. Dass das Gebäck auch noch Minuten später von ihren Bandmitgliedern verschmäht auf ihrem E-Piano steht, überrascht die quirlige Musikerin allerdings offenbar selbst.

In einem weiten schwarz-weiß gestreiften Kleid und mit um die Augen gemalten Sternchen hüpft sie abwechselnd zwischen Klavier und Gitarre hin und her. Dass das etwas lahme Publikum den Refrain eines unbekannten Songs nicht sofort mitsingen möchte, veranlasst die Musikerin, energisch zu werden: Dann lässt sie schonmal das Licht abdunkeln, damit sie einen Blick auf die Gesichter der Anwesenden werfen kann. Ein Patzer auf der Gitarre wiederum wird mit einem an sich selbstgerichteten "Buh!" kommentiert und sorgt für Sympathien.

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Als die Band ein Stück spielt, das Nash scheinbar gar nicht auf dem Schirm hat, ist das lachende Publikum längst auf ihrer Seite. Ansonsten hat die resolute Londonerin ihre Mitstreiter, die den unschuldigen Charme einer Schülerband versprühen und sich gelegentlich verunsichert anschauen, aber gut im Griff. Mit ihrer Palette an Mimiken vom verschmitzen Lächeln über flirtende Blicke bis zu ironischer Empörung spielt sie selbst die Hauptrolle in den Geschichten ihrer Songs und verwandelt die Live-Show fast in ein Theaterstück.

Ihr Talent zur Schauspielerei verleiht vor allem den noch unbekannten Stücken etwas Greifbares, denn zunächst fällt es schwer, sich an möglichen Hooklines der neuen Songs festzuklammern. Augenscheinlich rückt Nash auf der kommenden Platte ihren ihr eigenen Sprechgesang in den Vordergrund. Höhepunkt der Show ist ein vorgetragenes Gedicht, das mit zunehmendem Tempo und Volumen zu einer ernsten Anklage kulminiert. Doch erst bei den bekannten Highlights wie "Foundations", "Mouthwash" und "Merry Happy" geht ein zustimmendes Raunen durch die Menge, die nun beginnt, ausgelassen zu tanzen.
 
Zum krönenden Abschluss steigt der rothaarige Wirbelwind auf sein E-Piano und trampelt zum Vergnügen aller Anwesenden immer noch lustvoll auf den Tasten herum, nachdem die Band schon lange gegangen ist. Vielleicht auch, weil der Kuchen mittlerweile im Backstage-Bereich stand...



Termine Kate Nash
26.05.2010 Berlin, Astra-Kulturhaus » Details | Merken | Anreise
27.05.2010 Dresden, Alter Schlachthof » Details | Merken | Anreise
28.05.2010 Hamburg, Große Freiheit 36 » Details | Merken | Anreise
31.05.2010 Köln, Essigfabrik » Details | Merken | Anreise

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