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The Twilight Sad live

in Köln: Grimmige Blicke im Regen

04.11.2009, 12:53, Text: Raphael Schmidt, Foto: Neale Smith

Köln zeigte sich am gestrigen Dienstag mal wieder von seiner unschönen Seite. Der Regen fließt pünktlich zur Dämmerung in Strömen und die Leute gucken grimmig. Passender hätte die Atmosphäre vor den Türen des Luxors also kaum sein können für The Twilight Sad, die heute ihren ersten Tag zur "Forget The Night Ahead" Tour abliefern.

03.11.2009 Köln, Luxor.

Und so enttäuschend es für Band und Veranstalter ist, wenn kaum Besucher auflaufen, so großartig war es für die 40-50 Anwesenden an diesem Abend. Es schien, als könnte sich die Musik im freien Raum des Luxors komplett entfalten und jeden, wirklich jeden, in seinen Bann ziehen. So intensiv, so fesselnd, so energisch – The Twilight Sad waren verdammt gut drauf.


Doch zuvor sah man die Holländer von The Death Letters. Zwei junge Kerle im Alter von 16 und 17 Jahren wirbeln hier dermaßen über die Bühne wie es Vergleichbares wenig gibt. Im Stile von The White Stripes gab es nur Drums und Gitarre, aber so voller Wucht, dass es einem die Schuhe auszog. Wo der Gesang noch arg an Wolfmother erinnerte, kam das Gitarrenspiel ganz in der Art Jack Whites daher - und wurde dennoch von den Drums in den Schatten gestellt. Eine gute halbe Stunde dauerte die Vorstellung. Danach verabschiedete man sich schüchtern und sagte unter den wachenden Augen der Eltern "Danke". Bitte, das war schön!

Nun aber zu The Twilight Sad. Die dürften viele hier noch als Mogwai-Support kennen und schon allein deshalb freuen sich die meisten einen Ast. Die Band ist sehr konzentriert bei der Sache, dennoch zu keiner Minute angespannt. Und trotzdem: Gerade Sänger Greg zieht mit seinen verkrampften Bewegungen die Anwesenden in seinen Bann. Fast schon hypnotisch schlängelt er sich auf der Bühne, hält das Mikrofon stets weit weg von seinem Körper und leidet aufopferungsvoll zur Musik. Dabei macht natürlich der Sound des Luxors einen Stück weit wieder viel kaputt, jedoch ist es vergleichsweise gut auszuhalten.

Als dann die ersten Töne von "The Room" erklingen ist es geschehen: Die Band hat komplett gewonnen. Der beste Song der aktuellen Platte wird so atemberaubend schön, konzentriert und intensiv vorgetragen, dass einem die Spucke wegbleibt. Eigentlich kann man gut und gerne sagen, dass man ab jetzt alles gesehen hat. Wenn man nicht wüsste, dass bei The Twilight Sad sicher auch noch mehr geht...

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