So war das Highfield 2009
Bildergalerie: Sing zum Abschied leise Offspring
24.08.2009, 15:12, Text:
Daniel Koch, Foto: Sebastian Dudey
[14 Kommentare]
Daniel Koch hat das Wochenende in Thüringen verbracht, hat zu Metric getanzt und zu Offspring gekotzt und weint nun dem Stausee ein paar wehmütige Tränen nach: Unsere Festivalnachlese.
21. - 23.08.2009, Hohenfelden, Stausee.
Wo war denn nun der Abschiedsblues? Wurde er nur auf den Campingplatzen gesungen, damit man sich nicht das letzte Highfield mit trüber Stimmung versaut? Oder hatten sich einfach alle vom wunderbaren Spätsommerwetter bezirzen lassen und völlig vergessen, dass man hier in Hohenfelden nie wieder morgens an den Termen vorbei den Rasenpatt zum Gelände nehmen kann, um dann mit einem Blick auf den ruhig in der Mittagssonne liegenden Stausee belohnt zu werden?
Bevor man später Seite an Seite mit dem sanften Wellengang die Acts auf der Hauptbühne abfeiert und am Ende erschöpft und wehmütig noch einmal bestaunt, wie der See selbst in Nebelschwaden ertrinkt. Man spürte jedenfalls keine Wehmut auf dem Festivalgelände, allerdings auch kein Stimmungsgrad, der den traditionell hohen der Vorjahre noch mal besonders überstiegen hätte. Business as usual - im positiven Wortsinn - war angesagt.
Fotostrecke:So war das Highfield 2009
Dabei machte es einem das letzte Highfield in der liebgewonnenen Location fast allzu leicht und präsentierte sich im schönsten Sonnenschein. Nur am Freitag gab es ein paar Schauer, aber nix Wildes. Angefangen bei Auletta, die mit ihrem Auftritt wohl ein paar hundert weibliche Fans im Alter von 14 bis 17 gewonnen haben dürften, entfaltete sich dann wieder ein gar seltsames Zusammenspiel zwischen den auftretenden Bands und dem irgendwie ein wenig schwer einzuschätzenden Publikum.
Aber das ist ja die Highfield-Spezialität: Da treffen Menschen mit Ärzte- und Hosen-Shirts auf ziemlich feine Indie-Acts - und verstehen sich manchmal prächtig. Nur halt eben eine Spur anders. Port O'Brian dürften es jedenfalls noch nicht erlebt haben, dass ihr Meerwind umwehter Näsel-Folk eine Polonaise auslösen kann. Und auch Jeff Tweedy von Wilco stutzte merklich, als drei bumsvolle Gestalten oberkörperfrei einen kleinen Circle-Pit zu eröffenen, der bei "I Am Trying To Break Your Bones", pardon "...Heart" sein Höhepunkt fand. Ansonsten bezauberten Wilco trotz noch leerer Publikumsreihen mit Spielfreude und Improvisationslust und trösteten auf musikalische Weise die paar Fans, die sich die Herren lieber in einem Club gewünscht hatten.
Den wahren Headliner sah man dann bereits am frühen Abend, zumindest gemessen am Publikumsirrsinn: Clueso. Mit Bubi-Charme und seiner guten Live-Band drehten die Massen bei "Chicago" und "So sehr dabei" dermaßen auf, dass der Gute wahrscheinlich da gerade den Auftritt seines Lebens spielte. Maximo Park bzw. Paul Smith lieferte dann wieder zackige Indie-Aerobic - diesmal vorgetantzt in himmelblauer Hose, die in Sachen Geschmacksverirrung nur zwei Tage später von Jan Plewkas, nennen wir sie mal "kussmundroten" Hemd-Hose-Kombi überboten wurde. Na, zum Glück sitzen die Maximo Park-Songs noch ganz ordentlich.
Die eigentlich als Headliner angesetzten Arctic Monkeys hatten es dann im Vergleich zu den Vorspielern recht schwer, bzw. machten es sich selbst schwer, weil sie den Abend anscheinend nutzten, um mal vor größerem Publikum all den "Humbug" vom neuen Album zu testen - immerhin müssen sie das Ding kommendes Wochenende bei der britischen Festivallegende Reading als Headliner an den Mann bringen. So ging's also los mit dem wüstenstaubigen "Propeller", dicht gefolgt von der guten Coverversion "Red Right Hand", die sie schon auf ihrer Web Transmission im Gepäck hatten. Dennoch: Das Highfield-Publikum wollte die Hits, die man kennt, und wurde nur bei "I Bet You Look Good On The Dancefloor" und dem abschließenden "505" so richtig aus der Reserve gelockt. Schade, denn das neue Material hat live durchaus Wucht.
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Intro 24.08.2009 | 15:12:00
Daniel Koch hat das Wochenende in Thüringen verbracht, hat zu Metric getanzt und zu Offspring gekotzt und weint nun dem Stausee ein paar Wehmutstränen nach: Unsere Festivalnachlese.
ösel 24.08.2009 | 15:30:00
Polterkowski & SöhneUnd auch Jeff Tweedy von Wilco stutzte merklich, als drei bumsvolle Gestalten oberkörperfrei einen kleinen Circle-Pit zu eröffenen,
?
Live Reporter 24.08.2009 | 16:34:56
Wenn ihr mehr aus dem Coca-Cola Soundwave Tent und vor allem vom Newcomercontest erfahren wollt, schaut euch in meinem Blog Videos und ganz viele Foto-Impressionen vom Highfield an:
http://blogs.myspace.com/cokemusic
IainForrester 24.08.2009 | 17:02:37
MeisterPort O'Brian
hmm, hätte schwören können die heißen Port O'Brien, aber die Online-Redaktion hier hat natürlich so großartige Lektoren, denen kann man da bestimmt trauen...
Daniel Koch 25.08.2009 | 00:16:39
Jaha - ist ja gut. Ich habe dem Kollegen Flore ein Dokument geschickt, dass noch auf der letzten Zwischenspeicherung basierte - und damit waren die Ergebnisse meines Korrekturlesens, die z. B. die zwei hier genüsslich sezierten Fehler ans Tageslicht brachten, nicht im Dokument drinne. Da ich ihm versichert hatte, die Version sei so onlinesetzbar, hat er sich eben drauf gelassen... mein Fehler, nicht sein Fehler....
ösel 25.08.2009 | 01:31:00
Polterkowski & Söhne
Wer sich rechtfertigt, klagt sich an.
Daniel Koch 25.08.2009 | 10:47:50
Und: Wer im Steinhaus sitzt, sollte nicht mit Gläsern werfen.
Hauptmann Fuchs 26.08.2009 | 00:19:54
zur Klärung eines Sachverhalts
diskussionswürdiger als zwei tippfehler (angesehene überregionale tageszeitungen schaffen das locker innerhalb eines wortes) halte ich ja die frage, ob faith no more wirklich weniger schlimm sind als the offspring. beide zählen doch zur sorte der "wie konnte man das früher mal gut finden?"-bands. und offsping hatten zumindest einen oken song, habe nur leider vergessen wie der hieß
ösel 26.08.2009 | 02:05:38
Polterkowski & Söhne
Man stelle sich vor, es könnte Leute geben, auf die ein derartiges Szenario niemals zutraf...
IainForrester 26.08.2009 | 08:06:12
Meister
fand auch beide bands immer schrecklich, aber faith no more auch eine kleinigkeit weniger schrecklich ;)
@daniel sorry, war auch eher ein allgemeiner ausdruck dessen, was mir bei der von mir eigentlich sehr geschätzten Intro in letzter Zeit immer mehr aufstößt.
btw. wie waren denn jetzt eigentlich selig so? (für mich ja im moment das größte übel der wiedervereinigten Bands) hab jetzt nur von jan plewkas roter hose gelesen
Editiert von
IainForrester am 26.08.2009 08:23:49
sara_maria 26.08.2009 | 16:34:19
Wie waren denn Get Well Soon?
sputniker 31.08.2009 | 10:29:44
Die Fotos sind unter aller Kanone! Das muss mal gesagt werden, weil ihr oft genug Top-Bilder abliefert... Schade.
drivenstate 31.08.2009 | 13:17:51
ich bin hier falsch
faith no more = the offspring?
nicht wirklich.
faith no more haben mit king for a day sehr innovativ den rockstil der 90er mitgeprägt, aber ganz gewaltig. das war ja quasi der erste new metal, den es gab, aber ohne papa roach-rap, sondern halt gut.
Editiert von
drivenstate am 31.08.2009 13:20:07
Daniel Koch 04.09.2009 | 16:21:31
Ja - da muss ich aber auch noch mal drum bitten, dass man die beiden Bands in separate Töpfe packt. Wobei ich schon jeden verstehe, der mal ausspricht, dass Faith No More auch mal üble Momente und Phasen hatten...
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