c/o pop
Bildergalerie: Gestern mit Beirut live - und heute?
13.08.2009, 11:47, Text:
Peter Flore, Foto: Tobias Vollmer
Die c/o pop öffnet ihre Pforten mit Beirut als erstem großen Konzert. Und auch wenn man es vorher kaum gedacht hätte - besser hätte der Start in ein Wochenende voller Musik kaum aussehen können...
Um es kurz zu machen - es gab wohl kaum jemanden, der von diesem Konzert in den hoch herrschaftlichen Hallen der Philharmonie eine solche Euphorie erwartet hätte. Das Publikum schwankte zwischen gespannter Aufmerksamkeit während und aufwühlendem Jubel zwischen den Songs, so dass es den sechs Männern um Zach Condon fast schon unwirklich vorgekommen sein muss.
Ihre Songs sind sicher ziemlich einförmig gestrickt, das machte das Konzert klar, sie sind aber auch mit einer romantischen Klangfarbe und Detailversessenheit arrangiert, die die Leute buchstäblich erst auf den Balkan, dann nach Mexiko und wieder zurück mitnahm. Gerade die Bläsersätze erhielten immer wieder Szenenapplaus, offensichtlich der Effekt einer charmanten Halbheit. Denn gerade weil hier nichts wirklich sauber, sondern wie leichtfertig zusammengestolpert klingt, ist es so wirkungsvoll.
Fotostrecke:c/o pop 2009: Opening, Moderat, John Watts
Gedanken an Calexico stellten sich immer wieder ein, an eine Art Calexico im Popsongformat, aber gleichzeitig auch eine irgendwie frischere Form der Band von Burns und Convertino. Und es ist nicht auszudenken, wie es wäre, wenn Beirut auch noch an ihren etwas dünnen mehrstimmigen Gesängen schrauben würden. In Köln konnten sie die Mehrzahl der Besucher positiv überraschen. Und darüber hinaus bewiesen sie auch noch ein Potenzial für Steigerungsfähigkeit, die wilde Spekulationen über das, was mit ihnen noch passieren könnte, aufmacht. Ihr Publikum war jedenfalls schon an diesem Abend am Ende der Euphorieskala angelangt: Während des zweiten Zugabenblocks kletterten Dutzende Fans auf die Bühne und entfachten eine kollektive Party. In der Philharmonie. Man würde es nicht glauben, hätte man es nicht gesehen.
Neben Beirut eröffneten gestern auch Moderat (im Gloria), John Watts (in den Opernterrassen) oder Tiny Vipers (im King Georg) den ersten Festivalabend. Zeitgleich wurde auf der ersten Podiumsdiskussion "Die Zukunft der Musikindustrie" leidenschaftlich diskutiert - das wird auch bei den heutigen Convention-Panels zum Thema "Werte 2.0 - Geistiges Eigentum vs. Netzkultur" (15 Uhr, im Schauspiel, u.a. mit Johnny Haeusler von Spreeblick und Mark Chung, Freibank Musikverlag) bzw. "Geistiges Eigentum & Urheberschaft im digitalen Zeitalter" (16:45 Uhr, Schauspiel, u.a. mit Dieter Gorny und Spex-Chefredakteur Max Dax) nicht anders sein, die euch und den übrigen Convention-Besuchern hiermit nochmal nachdrücklich ans Herz gelegt sein sollen.
Und was gibt's heute auf dem Festival? Auf der nächsten Seite geben wir wieder einen Überblick.
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