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Melt! 2009

Der Samstag: Trocken! Bunt! Laut!

19.07.2009, 16:00, Text: Daniel Koch, Foto: www.tranzland.com



Der Samstag auf dem Melt! brachte keine Wettersorgen aber dafür zahlreiche überzeugende Auftritte z. B. von Bloc Party, Phoenix, Digitalism und Buraka Som Sistema.


Als man Samstagmorgen zerrüttet aus dem Zelt kroch, freute man sich ja schon über einen strahlend grauen Himmel, der einen wenigstens im Trockenen ließ. Dann war erst einmal die Runde über den Campingplatz angesagt. Stehen die Zelte der Freunde noch? Ist das eigene Zelt noch safe? Die Frage, wie denn die Nacht gewesen sei, bekam allüberall eine andere Note. Wo man sonst berichtete, wie man sich wo zerfeiert hatte, redete man nun erst einmal über das Wetter. Dennoch konnte man dem chaotischen Wetterstart des ersten Melt!-Tages am Ende noch etwas Gutes abgewinnen, denn die trotzige "Jetzt erst Recht!"-Stimmung schien sich auf Künstler wie Publikum ebenso auszuwirken.


Ein frühes Highlight war der Auftritt von Matias Aguayo auf der Big Wheel Stage, der sein Set mit allerlei Vocal-Einlagen aufmotzte und so manchen Nachmittagsmuffel mitriss. Mitreißen ist ein gutes Stichwort – Mikroboy, die auf der Gemini Stage quasi die Release-Party ihres Debütalbums "Nennt es, wir ihr wollt" feierten, haben da definitiv das Zeug zu, haben sie doch so manche Melodiebombe im Gepäck, die einen die Arme in die Luft reißen lässt. Das muss sich nur noch ein wenig rumsprechen.

Mit Spannung erwartet wurde der Auftritt von Ex-Blumfeld-Sänger Jochen Distelmeyer, der sein Soloschaffen nun zum ersten Mal auf einer Festivalbühne präsentierte. Das Album wird ja bekanntlich "Heavy" heißen, was nicht ganz augenzwinkernd zu verstehen ist, denn Songs wie "Wohin mit dem Hass?" und "Ich will mehr" haben tatsächlich ein paar erstaunlich wuchtige und rotzige Riffs im Angebot.


Dickeierige Beats kamen dann verlässlich von den Filthy Dukes, deren Partysound selbst im Tageslicht auf der Gemini Stage funktionierte – von wegen "Nonsense In The Dark" (so heißt ihr Debütalbum). Herzbrecher und -bruch-Hymnen waren mal wieder am schönsten, wenn man sie vom hauptberuflichen Beziehungsleidenden David Gedge an die Ohren bekam. The Wedding Present bleiben einfach gut – auch wenn Gedge irgendwann altersschwach mit Rollstuhl auf die Bühne muss. Caribou machten im Anschluss auf der Coca-Cola Soundwave-Bühne eine ähnlich gute Figur und ließen mit viel Leidenschaft völlig vergessen, dass sich ein studierter Mathematiker diese vertrackt-geilen Songs ausgedacht hatte.


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