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La Roux live

in Köln: Zwischen zu wenig und genau richtig

09.07.2009, 16:26, Text: Holger Düll, Foto: Katharina Poblotzki



Unser Autor Holger Düll hat beim Konzert in Köln mal nach dem Hype geschaut und resümiert: Alles in Ordnung. Für den Augenblick.


08.07.2009, Köln, Luxor.

Ein großer roter Nightliner parkt direkt vor dem geradezu klein anmutenden Luxor und macht nochmal klar, wer hier heute Abend auftreten wird. In ihrer Heimat Großbritannien sind bzw. ist La Roux mit ihren Singles als auch mit dem gerade erschienenen und selbstbetiteltem Album ganz vorne in den Charts. Hierzulande genügt für ihr drittes Konzert nach Berlin und Hamburg immernoch der kleine Laden um die Ecke. Hinter La Roux steckt eigentlich Sängerin Elly Jackson sowie Produzent/Songschreiber Ben Langmaid, aber letzterer hält sich betont im Hintergrund, so dass La Roux zwangsläufig zum Synonym für Elly Jackson wird.


Live gibt es neben ihr selbst Keyboards soweit das Auge reicht und ein elektrisches Schlagzeug. Dafür hat sie sich eine adrette Band zusammengecastet, bestehend aus einem Keyboarder, Schwester Jessica für Backing Vocals und ebenfalls Keyboard plus einem Drummer mit Zahnlücke.

La Roux braucht keine Gitarren: Ihr Synthie-Pop mit vielen mittelbaren und unmittelbaren Reminiszenzen an die 80er kommt relativ kühl daher und in ihren Videos scheint Elly Jackson zuweilen androgyn bis kantig. Dagegen nimmt sich ihre Stimme eher warm und sanft aus, es ist ein bisschen ein Spiel mit den Gegensätzen, das sich auch im Namen wiederfindet oder im Song "Colourless Colour". Und es ist ihre Stimme, die im Vordergrund steht; keine aufgesetzte Show, alles reduziert auf das Wesentliche, die Musik. Man fühlt sich an Zoot Woman erinnert, die optisch und musikalisch noch eine Spur definierter, glatter auftreten, aber ebenfalls ohne Brimborium auskommen. Für manche ist das vielleicht ein bisschen zu wenig, für die meisten jedoch genau richtig.

Anfangs stimmt der Sound im vollen Luxor zwar überhaupt nicht, aber das ist schnell behoben und vergessen. Gar nicht mehr so kühl wie es ihr Image suggeriert wirkt Elly Jackson, eher offen, herzlich und konzentriert. Als kleines Intermezzo wird der Geburtstag ihres Keyboarders gefeiert. Das führt nochmal vor Augen, das hier eine Bande von Gerademal-Twens auf der Bühne steht und hervorragend eine Zeit zelebriert, die sie selbst nicht erlebt hat. Offiziell erwachsen, aber immer noch jugendlich unbekümmert. Was daraus wird ist erstmal egal; für den Augenblick macht dieser dreiviertelstündige Ausflug mit La Roux auf jeden Fall ziemlich glücklich. Und darum geht es doch im Pop: Um den Moment. Den hat La Roux Stand Juli 2009 auf ihrer Seite.

Setlist:
"Tigerlily"
"Quicksand"
"A(r)mour Love"
"Reflections Are Protections"
"I'm Not Your Toy"
"As If by Magic"
"Colourless Colour"
"In for the Kill"
"Fascination"
"Bulletproof"



La Roux spielt nächste Woche auch auf dem Melt!-Festival.

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  • User: Intro
  • Intro 09.07.2009 | 16:26:00

    Was ist dran am UK-Hype des Jahres? Für das Kölner Konzert galt: Alles in Ordnung. Für den Augenblick.

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