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Yo La Tengo live

in Berlin: (K)ein Wunschkonzert

09.06.2009, 17:06, Text: Christoph Dorner, Foto: Christoph Dorner
[4 Kommentare]

Es gibt Bands, die es schaffen, Schmuckstücke zu komponieren, die einfach immer passen. Unser Autor Christoph Dorner war in Berlin dabei.

08.06.2009, Berlin, Babylon.

Die Ankündigung des Veranstalters war zu schön, um wahr zu sein: "Yo La Tengo legen die ersten drei Songs fest, danach spielen sie auf Zuruf, was das Publikum wünscht." Dass ein reines Wunschkonzert bei einer seit 1984 existierenden Band mit einer derartig umfassenden Diskografie jedoch kaum funktioniert hätte, wurde erst deutlich, als das Konzert im Berliner Babylon fast schon wieder vorbei war.


Georgia Hubley, Ira Kaplan und James McNew waren gerade ein drittes Mal zurück auf die Bühne gekommen, als es einige im Publikum nicht mehr bei sich halten konnten: "Sugarcube", "You Can Have It All", "Nuclear War", "Speeding Motorcycle". Fast 20 Songtitel wurden wie Gebote bei einer Auktion lautstark nach vorne geblökt, schließlich wollte niemand ohne das eigene Lieblingslied im Kopf nach Hause. Den Zuschlag bekam letztlich "Stockholm Syndrome" vom 1997er Album "I Can Hear Your Heart Beating As One". Auch gut.

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Der Band war es mit ihrer, im Titel an ein Album des akustischen Dylan angelehnten Tour "The Freewheeling Of Yo La Tengo" bewusst um ein kleines Setting gegangen. In der Vorwoche beim Primavera Sound Festival in Barcelona hatte das wandlungsfähige Trio aus Hoboken, New Jersey auf der  Hauptbühne noch seine elektrische Seite gezeigt, die Yo La Tengo neben ihrer Vorliebe für harmonischen Doo Wop und Twee-Pop auch an das Noise-Rock-Milieu um Sonic Youth angebunden hatte. Nun standen einzig ein Bass, eine akustische Gitarre und ein minimalistisches Schlagzeug auf der Bühne, dazu saß die Band auf Stühlen eng beisammen: 'Quiet Is The New Loud' ist das Motto des Abends, auch wenn Kaplan an mancher Stelle dann doch seine Akustische traktiert, während McNew stoisch den Bass bedient und Hubley mit Besen ihr Schlagzeug streichelt.

Einmal auf der Bühne stellt Ira Kaplan schnell klar: 'Nein, Fehlinformation: Kein Wunschkonzert. Aber stellt uns alle eure Fragen und wir sehen, was wir für euch tun können.' So wird es letztlich durchaus ein spontaner, von Kaplan höchst charmant moderierter Fanabend ohne Setlist und doppelten Boden. Beispiele gefällig? Kaplan berichtet vom schönen Beatles-Platz in Hamburg, wo Yo La Tengo am Vorabend aufgetreten waren. "Do you know that there is a Ramones Museum in Berlin?", fragt eine Zuhörerin - und schon gibt es die zarte Coverversion von "I Can't Make It On Time" auf die Ohren. Das Gespräch über John Carpenters Filmmusik wird - natürlich - von "Deeper Into Movies" abgerundet. Schön auch, dass sich die Band noch daran erinnern kann, 1990 in einem Berliner Punk-Club namens Loft aufgetreten zu sein. Und auch das ansässige Label City Slang bekommt seine Widmung.


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  • User: dubman
  • dubman 12.06.2009 | 16:55:28

    ja, war ganz nett, aber auch nicht mehr.....

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