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Same same, but very different

Red Bull Music Academy: Workshops in Indien

09.06.2009, 10:58, Text: Alex Reiser, Foto: Alex Reiser

Ihre erprobte Kombination aus Workshops, wechselseitiger Inspiration und wilder Feierei schickt die Red Bull Music Academy bereits seit elf Jahren um die Welt. Dieser Tage macht eine Delegation auch in Indien Halt, um dort für die Bewerbung zur nächsten Großveranstaltung in London im Februar zu werben - und einmal mehr die These von Musik als universeller Sprache in Echtzeit nachzuerleben. Same same, but very different mit DJ Dixon...

Drei Workshops waren ausgerufen, in Bangalore, Delhi und Mumbai, jeweils unterstützt von der Grammy-nominierten indischen Jazzlegende Louiz Banks (Foto). In der Hauptstadt weisen monströse Hochbahnbaustellen auf die bevorstehenden Commonwealth Games. Die internationale Terrorparanoia wird, auch im Nachtleben, hinter feschen Fantasieuniformen versteckt.


Und neben dem Essen brennt vor allem die Sonne mit einer Intensität, die selbst einheimische Entouragen gerne mal ohne jede Vorwarnung umkippen lässt. Wie man überhaupt all die jüngst noch mal Oscar-prämiert hochgekochten Klischees in mindestens fünf Dimensionen reingedrückt bekommt. Auch Aravind Adigas "White Tiger" wird selten entkräftet. Im Gegenteil: alles erscheint noch bunter, lauter, verschwitzter, langsamer. Lediglich Bhangra und Bollywood sind im Kreise der Workshopteilnehmer tendenziell guilty pleasures - Rebellion gegen verwöhnte Cricketjungstars und den Rest des Establishments bedeutet hier eher Metal.


Klarer Höhepunkt ist in dieser Hinsicht die Band Kryptos, die zum Workshop in Vollbesetzung und Justice-Uniform anrückt, musikalisch aber glücklicherweise eher den frühen Iron Maiden verpflichtet bleibt. Wie gesagt, very different... Die Fragen aus dem Auditorium sind zwar ähnlich dem Rest der Welt - wie bekomme ich eigentlich die Welt dazu, genau meinem Scheiß Gehör zu geben? - aber schon bei simplen Genre-Fragen werden die Unterschiede wieder und wieder offenkundig. "Wenn mich jemand fragt, was ich spiele, sage ich immer ‚House', auch wenn ich natürlich weiß, dass der Berliner Taxifahrer da was komplett anderes drunter versteht", räsoniert der Edelplattenleger und Labelchef (Innervisions) Steffen "Dixon" Berkhahn, der dem Tross als Gastdozent angehört. "Nach diesen Tagen würde ich das mit den Berliner Taxifahrern unbedingt auch auf Indische DJs erweitern. Immer wieder überraschend zu erleben, wie unterschiedlich dieses Wort so verwendet werden kann."


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