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Das war das Primavera Sound

Bildergalerie: Frühling in Barcelona

03.06.2009, 13:22, Text: Christoph Dorner, Foto: Christoph Dorner
[1 Kommentar]

Von wegen Frühling! Der Sommer kann kommen! Unser Autor Christoph Dorner war beim bestbesetzten Indierock-Festival Europas vor Ort.

28.05. - 30.05.2009, E-Barcelona, Parc Del Forum

Eigentlich sollte man meinen, dass Primavera Sound-Festival wäre sich selbst genug, so viele internationale Acts wie es jährlich nach Barcelona karrt. Und doch kam das wohl bestbesetzte Indierock-Festival Europas in diesem Jahr nicht ohne Reminiszenz an den heimischen FC Barcelona aus, der am Tag vor dem Festivalstart gegen Manchester United die Champions League gewonnen hatte.


Dass ausgerechnet der Fußball für das kleine bisschen Folklore sorgte, das auch für jedes Musikfestival eigentlich unabkömmlich ist, ist für die globale Metropole Barcelona gar nicht so verwunderlich. Schließlich bekommen die Katalanen in Ermangelung international konkurrenzfähiger, spanischer Bands beim Primavera Sound das vorgesetzt, was das alteingesessene amerikanisch-britische Indierock-Milieu rund um Gründerväter wie Sonic Youth und My Bloody Valentine, sowie die Plattformen Pitchfork und All Tomorrow's Parties als Schnittmenge (zu Recht) für laut und gut befindet.


Also werden eben drei Tage lang auch Messi und Co. als Ausdruck katalanischen Selbstwertgefühls gefeiert - und die Bands machen artig mit. Neil Young ließ sich nach seinem zweistündigen, unheimlich atmosphärischen Best-Of-Konzert (inklusive "Hey Hey My My", "Down By The River", "Heart Of Gold", "Rockin' In The Free World") mit Barca-Schal um den Hals feiern. Anarcho-Sänger Pink Eyes von brachialen Fucked Up pflügte mit zugeworfener Fan-Kappe durch den Mosh-Pit - eine Mutprobe für Pressefotografen, ein Alptraum für die überforderte Security.

Und Ponytail, die am Samstag mit den Bowerbirds, den Crystal Stilts und Sleepy Sun (Foto) im zentralen Parc de Joan Miró zusätzliche Shows für die Öffentlichkeit spielten, bolzten bei ihrem knuffigen Auftritt auf der Pitchfork-Stage einen blau-roten Fußball ins Publikum, der im Doppelpass ständig zurückgeflogen kam. Von den verbalen Glückwünschen von Andrew Bird (großartiger Geigen-Pop, das Haldern-Publikum darf sich schon mal freuen) bis hin zu Bloc Party (routiniertes Hit-Management) einmal ganz abgesehen.

Nun könnte man an dieser Stelle durchaus ausschweifende Lobeshymnen schwingen, wie straff und reibungsarm das Primaverasound im Parc Del Fòrum mit sechs Bühnen und täglich ca. 30.000 Besuchern als innerstädtisches Festival konzipiert und von 6 pm bis 6 am organisiert ist. Stattdessen lieber zum Line-up, dass sich wiederholt den Luxus gönnte, einen mit parallel angesetzten Konzerten zu ärgern: Magic Markers oder The Bats? Chad VanGaalen oder Jeremy Jay? Liars mit neuen Songs oder Deerhunter mit "Microcastle"? Eine Band knicken oder halbe-halbe?


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  • User: retarded_butcher
  • retarded_butcher 03.06.2009 | 22:34:07

    Ich finde das Photo von Ponytail echt sehr schick. Passt irgendwie viel besser als neulich zum Beispiel im Berliner West Germany.

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