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The Ting Tings live

in Berlin: Warm-up unter widrigen Umständen

11.05.2009, 10:39, Text: Johannes Mihram

T-Mobile hatte zum Street Gig geladen und die feierwütige Indiemeute ließ sich nicht lange bitten. Johannes Mihram war dabei.


Die größte Aufregung gab es vor dem Konzert: Der T-Mobile Street-Gig von The Tings Tings sollte eigentlich in einem ehemaligen Frauengefängnis stattfinden, doch aufgrund anhaltender Proteste, einen Ort, in dem zur NS-Zeit junge Mädchen gefangen gehalten wurden, zur stylischen Location für einen Werbegig zu nutzen, zogen die Veranstalter im letzten Moment in die Maria am Ostbahnhof um.


Kurzfristig, aber doch noch rechtzeitig genug, dass offenbar fast alle Gewinner der Ticketverlosungen davon erfahren haben, denn der Laden ist bis zu Anschlag gefüllt. Das Recht am eigenen Bild hat man bereits am Eingang abgegeben, um drinnen von magentafarbenem Scheinwerferlicht empfangen zu werden.


Nachdem ein Moderator auch das letzte verloste Handy an den Mann oder die Frau gebracht hat, kommt pünktlich um 20 Uhr Jules De Martino auf die Bühne und dreht an den Knöpfchen seines Samplers, bis sich "We Walk" daraus schält. Auftritt Katie White: Wie ihr Bandpartner ganz in stylischem Grau gekleidet, mit kurzem Kleidchen und Schiebermütze, im Kontrast dazu Glitzer-Lidschatten, wird sie mit großem Jubel empfangen. Die Stimmung wird auch nicht dadurch getrübt, dass im Sinne guter Bilder für die Fernsehausstrahlung das Publikum über weite Teile des Konzerts  durch grelle Spots angestrahlt wird und die Band für einen großen Teil der Meute nicht zu sehen ist, weil sie von dicken Säulen verdeckt ist.


Die Songs wirken live lebendiger als im Studio, da zu Katie an der Gitarre und Jules an den Drums nur partiell elektronische Spuren aus dem Sampler und sonstiges Playback beigefügt werden. Als Charmeoffensive liest Katie zwischen zwei Songs einen kurzen Text auf deutsch vom Blatt ab, ansonsten bleibt es bei routinemäßigen Ansagen des nächsten Songs. Das Publikum gibt sich derweil redlich Mühe, sich von der Enge nicht beim Tanzen behindern zu lassen. Neben vielen Medienvertretern, sind es vor allem Mittzwanziger, die sich hier schon mal auf den folgenden Clubbesuch am späteren Abend einzustimmen scheinen.

Für den es aber noch etwas früh ist, als das britische Duo sich schon um 21 Uhr bedankt und verabschiedet, nachdem Jules zur Zugabe aus dem Sampler erst einen Mix aus dem "Ghostbusters"-Theme und Nenas "99 Luftballons" abgefeuert hat, direkt übergehend in den größten Hit der Band "That's Not My Name". Die Fans tanzen also ausgelassen in den angebrochenen Abend hinaus. Ein gutes Warm-up für dessen weiteren Verlauf war es allemal.

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