The Notwist live - Bildergalerie: They'll Never Let You Go This Far Alone Artikelbild (groß)

The Notwist live

Bildergalerie: They'll Never Let You Go This Far Alone

15.04.2009, 15:41, Text: Christian Steinbrink, Foto: www.virtualnights.com
[5 Kommentare]

Etwas Routine schleicht sich schon ein, wenn man nach 20 Jahren Bandgeschichte wieder einmal ein The Notwist-Konzert besucht. Auf und vor der Bühne, und trotz der steten und eigentlich verblüffenden Entwicklungsgeschichte der Band aus dem Süden. Trotzdem schaffen es die Achers und ihre Freunde immer noch, warm anzuschieben und letztlich mitzureißen. Das hat zumindest Christian Steinbrink in Köln erkannt.

14.04.09, Köln, E-Werk.

Glauben junge Leute alten Veteranen eigentlich noch, wenn sie ihnen erzählen, dass The Notwist mal eine Postcore-Band waren? Dass es eine Zeit gab, in der krachende Gitarren den Bandsound diktierten, bevor sie so wundervoll folgerichtig zugunsten von elektronischen und experimentellen Elementen in den Hintergrund traten? Nun, so viele Frischlinge kommen bei den ewigen Vorstehern des 1990er-Weilheim-Sounds gar nicht mehr in solche Bredouillen. Selbst The Notwist sind nicht mehr die Band, deren Name von Teenagern atemlos herumgetuschelt wird, obwohl sie das länger waren als fast jede andere deutsche Band. Die Jungen tuscheln über andere Bands, und die Alten haben ihren Abschluss und nutzen die Osterferien, um sich ihre Helden von einst unter ihresgleichen anzuschauen.


Das E-Werk ist an diesem Abend nicht ganz voll, draußen im Biergarten ist es mild, drinnen gut belüftet, alles perfekt also für unbeschwerlichen Genuss in der besten großen Location der Stadt. Dazu passt, dass schräge Noise-Riffs kaum noch die Soundgewebe der Notwist überdrehen. Genau genommen dürften viele Besuche sie nie kennen gelernt haben. Es fällt gar nicht mehr auf, dass Micha Acher seinen Bass kaum noch in Händen hält, dass teilweise sogar alle vier Musiker vor Schlagzeuger Andi Haberl an Synthesizern und Sequenzern herumspielen, anstatt mit Äxten über die Bühne zu wüten. Und doch ist es keine reine Transformation, die The Notwist durchlaufen haben, es ist eine Anreicherung ihres Sounds, über einen langen, geduldigen und arbeitsreichen Zeitraum hinweg.

  • Fotostrecke: The Notwist live
  • Fotostrecke: The Notwist live
  • Fotostrecke: The Notwist live

Fotostrecke:The Notwist live


Ein Zeitraum, in dem sie auch ein stimmiges Bühnenbild entworfen und beibehalten haben, ein Setup aus dezentem Licht, nicht übermäßig viel Bewegung und einer guten Mischung aus Aktion und konzentrierter Tüftlerei. Der Sound The Notwists ist seit geraumer Zeit hybrid, eine Transzendenz aus Hits, einer reichhaltigen Klangpalette und ausladenden Elektronika-Passagen, die volle Konzentration auf und Geduld vor der Bühne verlangen. Aber Notwist-Fans bringen nicht nur diese Geduld per se mit, sie wollen es auch nicht anders. Sie wollen zwar auch Hits, ja, sie sind aber auch bereit, mit ihrer Wahrnehmung zu arbeiten, zuzuhören, den Eskapaden ihrer Band zu folgen. Es ist dabei fast egal, welche Stücke die Band aus dem erwartbaren Zyklus der letzten vier Alben spielt. An diesem Abend gibt es "Puzzle", "Chemicals" und viel von "Neon Golden", "Day 7", "Trashing Days" und "12"  gibt es nicht.





1 | 2 | ... weiterlesen »



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
THE NOTWIST
Intro.de Künstlerseite von The Notwist
Alle Artikel von Christian Steinbrink
 
 
  • lil_fiver 15.04.2009 | 20:42:51

    Der Artikel sagt viel über die Band, ihre Geschichte, ihre Rezeption in der (Fan-)Öffentlichkeit, aber bis auf eine Handvoll gespielter Titel kaum etwas über die wirklich einzigartige Atmosphäre, die auf dieser Tour herrscht. Kommt nix von rüber in dem Text, was The Notwist tatsächlich hervorbringen: einen riesengroßen Spaß!

    Danke, The Notwist, danke!

    Editiert von lil_fiver am 15.04.2009 20:46:44

  • User: kopfpauschale
  • kopfpauschale 16.04.2009 | 10:26:29

    dem kann ich nur zustimmen...

  • User: Christian Wessels
  • Christian Wessels 16.04.2009 | 19:01:17
    Half awake in a fake empire.
    Aha. "Ein riesengroßer Spaß". Das wollt ihr lesen? Jungs, die Atmosphäre nimmt ja jeder Konzertbesucher anders wahr. Die Einordnung in einem Zusammenhang finde ich gerade bei Notwist wichtig. Um Entwicklungen und den Augenblick angemessen würdigen zu können. Und Augenblicke gab es einige am Dienstag...

  • User: fL1x
  • fL1x 17.04.2009 | 19:20:58

    ganz ehrlich: wer bitte, der jemals diese webseite oder das zugehörige heftchen liest, braucht noch eine musikgeschichtliche einordnung von the notwist?

  • lil_fiver 26.05.2009 | 00:15:30

    Musikgeschichtliche Einordnung ist das Eine, notwendig, spricht nichts dagegen. Spaß ist auf andere Weise wichtig. Wenn ich einen Konzertbericht lese, reicht es mir nicht, die wieder und wieder runter gebetete musikhistorische Stellung von The Notwist zu lesen - wenngleich diese unbezweifelt und verdientermaßen vorherrscht. fL1x hat da in gewisser Weise Recht - wir sind hier nicht bei Bild.de...

    Dass jeder so ein Konzert anders wahrnimmt ist klar. Aber wer zu nem Konzert geht, möchte dort Spaß haben, egal ob ihm Party, Saufen, Heulen, Kotzen, usw Spaß machen. Insofern interessiert mich dann mehr, was dem Autoren an dem Konzert Spaß gemacht hat, weniger wie er die Position der Band innerhalb des Biz und seiner Historie erfährt. Die Jungs sind 20 Jahre im Geschäft und erfinden sich mit ihrer derzeitigen Tour das was weiß ich wievielte Mal neu. Da interessiert mich nicht das "dass", sondern das "wie".

    Ist auch nur meine bescheidene Meinung. Hätt mich nur gefreut, wenn ich in dem Artikel mehr von meiner eigenen Begeisterung wieder gefunden hätte. Aber er schreibt ja nicht für mich allein, gell?

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
  • Nächste Tour-Termine

  •  
 
 
Anzeige
 

Spalter: Platte und Film des Monats

Spalter: Platte und Film des Monats

Das Intro-Streitgespräch: Jeden Monat eine neue Platte, ein neuer Film und unterschiedliche Meinungen. [...mehr]