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Jupiter Jones live

in Köln: Wenn der dicke Mann im schwarzen Anzug mit dem Finger kreist

30.03.2009, 11:57, Text: Kristina Knöbel



Bei einer Promo-Tour zu einem neuen Jupiter Jones-Album ist eine Stippvisite in Köln fast schon Pflicht. Kristina Knöbel war beim Spektakel dabei.



28.03.09 Köln, Gebäude 9


Die Jupiter-Jugend Kölns erscheint zahlreich an diesem Samstagabend, so dass das Gebäude 9 trotz recht frühen Beginns pickepacke voll ist und auch die Vorband Spaß macht: Mikroboy aus Berlin und Mannheim präsentieren deutschen Indietronic im Zeichen des Apfels mit ganz viel Herz und Potential zum Mitwippen.


Zugegebenermaßen drängen sich auf Anhieb Vergleiche mit einer Handvoll ähnlich klingender Bands auf. Dies tut jedoch der ehrlichen und ambitionierten Performance keinen Abbruch. Unaufgeregte Schönheit präsentieren die drei Jungs und das Mädchen auf der Bühne und hinterlassen ein gut aufgewärmtes Publikum.

Viertel nach neun betreten die vier Eifelpunker von Jupiter Jones die Bühne und legen los mit Altbewährtem und Bekanntem. Neu ist nur der Bassist: Andreas Becker von Sonah ersetzt ab sofort Klaus Hoffmann.



Ein Potpourri der letzten beiden Alben wird mit viel Freude heruntergerotzt und spätestens nach der ersten halben Stunde fragt man sich, wo die neue Platte "Holiday In Catatonia" bleibt, die auf einem fetten Banner im Bühnenhintergrund prominent beworben wird. Beizeiten kommt denn auch die Über-Single "Das Jahr in dem ich schlief", soundmäßig eine vierminütige Reise zurück in die glückselige Vergangenheit der beiden Vorgänger-Alben und ein dicker fetter Ohrwurm, der einem auch auf dem Heimweg im Ohr hängen bleibt wie ein Storck-Riese zwischen den Zähnen. Bei "Die Nacht in der Slayer in Uedelhofen spielten" gibt es fette Slayer-Riffs und einen mehr oder weniger beachtenswerten Circle Pit (Sänger Nicholas: "Wenn der dicke Mann im schwarzen Anzug hier oben so mit dem Finger kreist, dann dreht ihr bitte alle durch!"). Der Song hat bereits ein paar Jahre auf dem Buckel und befindet sich als Bonbon auf der "Das Jahr in dem ich schlief"-EP.

Das textsichere Kölner Publikum ist mit sichtlichem Spaß bei der Sache, während sich die Band quer durch ihre Diskografie spielt. Es dankt mit Pogo, Stagediving, Happiness. Von "Wir sind ja schließlich nicht Metallica" bis zum Klassiker "Unter uns Darwinfinken" ist alles dabei. Ganz harmonisch wird es am Ende, als vor der Zugabe den Künstlern auf der Bühne Melonenstücke und Sekt serviert werden.

Tourmanager Onkel George sollte eigentlich bei "Jupp" stagediven, dies erwies sich bei der Zugabe, bei der es erstmals wirklich ruhig wurde, jedoch als leere Versprechung. Viel zu schnell ging er vorbei, dieser Abend und wir räumen den Platz für die ergrauten Yuppies von der anschließenden Drum'n'Bass Party.

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