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The Kills live

In Berlin: Ernsthaftigkeit im Blümchenkleid

17.03.2009, 14:17, Text: Karina Henschel
[2 Kommentare]

Nach langer Wartezeit spielen Alison Mosshart und Jamie Hince doch noch ein ekstatisches Set in Berlin. Unsere Autorin Karina Henschel war dabei.


16.02.09, Berlin, Postbahnhof am Ostbahnhof.

Langsam erwachende Ungeduld im Postbahnhof. Es dauert beinahe eine Stunde, bis The Kills nach der Vorband die Bühne betreten. Die Einheizer The Virgin Tongues bieten zwar auch recht unterhaltsamen Rock'n'Roll: drei Jungs mit Sonnenbrillen, minimalistische Instrumentalisierung, kraftvoll röhrende Vocals, geile Beats. Aber ihr abschließender "Good Vibes Song" erinnert bei den ersten Takten an "Knockin' on Heaven's Door", hier ist die selbst verwendete Bezeichnung also nicht besonders treffend.


Eine Stunde Johnny Cash in der Pause ist ebenfalls nicht so richtig in die Kategorie "Good Vibes" einzuordnen. Das Berliner Publikum jedoch nimmt die Wartezeit gelassen hin. Erst nach einer 3/4 Stunde gibt es vereinzeltes Pfeifen, ansonsten unterhält man sich über die Projekte der Sängerin Alison "VV" Mosshart (gemeinsam mit Jack White, Jack Lawrence und Dean Fertita spielte sie einige Songs ein. Die Gruppe nennt sich The Dead Weather) und freut sich, überhaupt da zu sein, schließlich ist das Konzert seit Wochen ausverkauft.

Dann endlich betritt Jamie Hince die Bühne, schmeisst seinen Amp an und legt schonmal los mit dem Intro zu "U R A Fever". Frau Mosshart erscheint ebenfalls kurze Zeit später, eine Mentholzigarette zwischen den Lippen, die langen schwarzen Haare im Gesicht. Selbst jene im Publikum, die ob der lange erscheinenden Wartezeit langsam sauer wurden und insgeheim dachten, fünf Minuten noch, dann geh ich, sind nach den ersten Takten des intensiven Sounds dieses Duos vollends versöhnt. Das ist der Trick bei Rockstars, man kann ihnen nicht lange böse sein, wenn sie ihre Instrumente nehmen und spielen. Wobei "spielen" die Show der Kills nur bedingt trifft: Was auf der Bühne geschieht, erweckt immer wieder den Eindruck einer brutalen Ernsthaftigkeit im Blümchenkleid. Das wollten Mosshart und Hince schließlich auch erreichen mit ihrem letzten Album "Midnight Boom", dessen Sound sie als "Modern Day Playground Music" umschreiben.





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  • User: Intro
  • Intro 17.03.2009 | 14:17:00

    Geht doch: Nach langer Wartezeit spielen Alison Mosshart und Jamie Hince doch noch ein ekstatisches Set in Berlin.

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