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Audiolith vs. Evil

Bildergalerie: Partymonsters unite!

02.03.2009, 17:59, Text: audiolith

Dresden Mitte Februar 2009: Europas größter Naziaufmarsch. Alle sind dabei: NPD-Funktionäre, Hells Angels, die Autonomen Nationalisten, Blood&Honour-Verbände... und das Hamburger Start-Up-Label Audiolith! Hier sein Erfahrungsbericht.

Mit zwei seiner besten Pferdchen, Frittenbude und Egotronic, beteiligt sich Audiolith unter dem Motto "Partymonsters Unite" am antifaschistischen Widerstand: Morgens am Ostbahnhof ist alles wie immer. Die Sonne scheint, die Posse trifft sich, Umarmungen, Faxen, "Wer sitzt wo im Bus". Aber zu einem gewöhnlichen Konzert fahren wir heute nicht: Es geht nach Dresden!


Einmal im Jahr trifft sich dort alles aus der extremen Rechten was noch kriechen kann oder nicht im Gefängnis sitzt. Das ist eine ganze Menge – siebentausend waren es dieses Jahr. Sie kommen aus ganz Europa. Dresden hat für sie einen besonderen Symbolwert, weil die Stadt kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs von den Alliierten bombardiert wurde. Nachschubwege der Wehrmacht sollten gestört werden und der Durchhaltewillen der deutschen Bevölkerung geschwächt werden. Das war die Basis für einen Sieg über Nazi-Deutschland. Bei diesem Angriff kamen einige tausend Dresdener ums Leben. Grund genug für die Nazis, von einem "Bombenholocaust" zu sprechen und die deutsche Kriegsschuld zu leugnen.

Aber nicht nur die Nazis sind das Problem ist Dresden. Die Bombardierung als ein Verbrechen zu sehen und einen Dresdener Opfermythos zu pflegen, war lange Zeit Konsens in der Stadt.

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Geschichtsrevisionismus galore. Die wenigsten Dresdener hatten ein Problem mit Krieg, solange sie ihn gewannen. Erst als die Bomben auf die eigenen Städte fielen, fingen sie an, von Verbrechen zu reden. Nazis und deutsche Bürger gedachten viele Jahre gemeinsam "ihrer Opfer“ und relativierten die so deutsche Schuld und die Verbrechen der Nazis. Erst langsam regt sich so etwas wie eine Zivilgesellschaft.

Klar geht die Antifa in diesen Tagen auch an den Start. Und warum sollte man die engagierten Jugendlichen, die für eine freie und gerechte Welt ohne Nationalismus und Rassismus kämpfen, nicht unterstützten? Als gesellschaftspolitisch interessierte Kulturschaffende machen wir da natürlich gerne mit! Also rein in den Bus! Die Taschen noch schnell nach verdächtigen Rückständen durchsucht, die Handschuhe und das Halstuch eingepackt! Ab geht‘s!

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