Das war das Intro Intim Cooperative Special -  in Köln: mit James Yuill, Filthy Dukes und The Rakes Artikelbild (groß)

Das war das Intro Intim Cooperative Special

in Köln: mit James Yuill, Filthy Dukes und The Rakes

19.01.2009, 17:02, Text: Holger Düll

Mit den derzeit heißesten Cooperative-Acts und kühlem Bolzen-Bier feierte das rappelvolle Gebäude 9 beim ersten Intro Intim 2009. Unser Autor Holger Düll hat sich da mal genauer umgeschaut.

17.01.2009 Köln, Gebäude 9

So alt das Jahr 2009 auch schon ist, bislang gab es eher wenig musikalisch Spannendes zu vermelden, egal ob im Plattenregal oder eben auf der Bühne. Nachdem inzwischen keine Minusgrade mehr angesagt sind, fällt es aber endlich auch leichter, sich wieder zum ein oder anderen Konzert aufzumachen. Traditionell bietet sich da natürlich das Eurosonic-Festival Noorderslag in Groningen an, zumindest in der Profiliga, doch fast ebenso traditionell markiert für den kleineren Geldbeutel ein Intro Intim den Beginn des Konzertjahrs. Mit neuen (Fleet Foxes) als auch bekannten Gesichtern (Bloc Party) bescherte uns Cooperative Music letztes Jahr einige Highlights. Für das erste Intro Intim 2009 schickt das Label drei Acts mit Potential nach Köln ins Gebäude 9, um schon mal live zu demonstrieren, was unter anderem so geht in den kommenden Monaten.


Die Kandidaten heißen also The Rakes, Filthy Dukes und James Yuill. Ein etablierter Headliner neben zwei Newcomern, könnte man meinen. Das mit den Newcomern stimmt, aber das Zeug zum Headliner haben alle drei, so viel vorneweg. The Rakes schmiedeten erst vor kurzem ihre dritte Platte in Berlin und dementsprechend ist das Gebäude ziemlich gut gefüllt, auch mit der Hoffnung auf einen kleinen Vorgeschmack aus dem nahenden Album.

Video: James Yuill - "This Sweet Love"



Das Bandtripel startet an diesem Abend mit James Yuill. Sein Debüt, "Turning Down Water for Air", wurde letzte Woche veröffentlicht; der Nerd begeistert seine Fans aber schon seit einer ganzen Weile mit immer wieder frischem Material, eben ein geblogtes Selbstverständnis für den Londoner. Jetzt die erste Chance zu erleben, was der Folktronic-Frickler auf der Bühne anstellt.

Das sagt das Forum:

Sister Sneaker

»Also, James Yuill fand ich bezaubernd und die Filthy Dukes ganz toll nach vorne (und der Sänger ist so lustig begeistert abgegangen), nur die Rakes fand ich einfach so langweilig indieindie.«

Zum Thread

Dick wabernde Basslines lassen die dünnen Scheiben der ehemaligen Fabrikhalle im Takt zittern. Die Beats kitzelt James Yuill mit seinen Controllern aus dem Laptop, die er abwechselnd mit seiner Akustikgitarre einsetzt und worüber er nur noch seine Stimme zu legen braucht, um einen ziemlich unwiderstehlichen Sound zu produzieren. So mächtig und derbe die Samples aus den Boxen bratzen und direkt die Beine zum mitmachen animieren, so geschmeidig und poppig fügt er dazwischen Gitarre und Stimme. Der Genremix ist verführerisch und spannend zugleich. Obwohl die Idee dahinter gar nicht so neu ist, muss sich auch heutzutage erstmal jemand finden, der diese Mischung derart perfekt auf den Punkt bringt. Eingerahmt von seinem elektronischen Equipment, die Gitarre zeitweise auf den Rücken befördert, wirkt James Yuill ein bisschen wie ein moderner musikalischer Guerilla-Geek. Auf dem Album unmöglich, live aber locker mal Kelis' "Milkshake" reinsamplen; so lässig wie professionell spielt James Yuill mit den Möglichkeiten, und selbst wenn mal zwischendurch die Technik kurz aus dem Ruder läuft, ist das eher Grund sich mit dem Künstler zu freuen, dass eben auch elektronische Musik doch irgendwo "handgemacht" ist.



1 | 2 | ... weiterlesen »



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
Anzeige
 

Spalter: Platte und Film des Monats

Spalter: Platte und Film des Monats

Das Intro-Streitgespräch: Jeden Monat eine neue Platte, ein neuer Film und unterschiedliche Meinungen. [...mehr]