M For Montreal
Bildergalerie: Die kanadische Nachwuchsszene auf Brautschau
28.11.2008, 11:35, Text:
Felix Scharlau, Foto: Felix Scharlau
Schon zum dritten Mal feiert Montreal sich selbst und seine Nachwuchs-Szene. Aber nicht zum Selbstzweck: "M For Montreal" will die Welt auf die neuen Talente hinter Arcade Fire oder The Stills aufmerksam machen. Felix Scharlau war vor Ort.
19.-23.11.08 Montreal, Kanada, diverse Locations
"M For Montreal“ - oder "M pour Montréal“, wie es die Franko-Kanadier vor Ort lieber nennen - ist kein klassisches Festival der Superlative und eigentlich auch nichts für klassische Festivaltouristen. Es brilliert weder durch die tollsten Locations Kanadas, das teuerste Line-up nördlich von Panama oder durch die längste After-Hour-Party. Der Haupt-Zauber von "M For Montreal“ speist sich vor allem aus der Tatsache, dass es dieses Nachwuchsfestival in dieser professionell-sendungsbewussten Form überhaupt geben kann.
Oder wäre es hierzulande etwa denkbar, dass eine Stadt wie Hamburg 20 lokale Bands in kleinen Clubs spielen lässt, dafür 50 Festival-Booker und ein paar Journalisten aus der ganzen Welt einfliegt und alle Kosten dafür der Staat trägt? Sicherlich nicht. In Montreal, in etwa so groß wie Hamburg, gelingt diese Form des Kultur-Sponsorings schon zum dritten Mal, und der Staat ordnet sich unter.
Fotostrecke:M For Montreal 2008
Wahrscheinlich, weil er um das Prestige weiß, dass das kreative Potential Montreals ganz nebenbei für ihn erwirtschaften könnte und konnte: Arcade Fire, Rufus Wainwright, The Stills oder Leonard Cohen, die das kalte Land im Norden tief in das globale Pop-Bewusstsein prügelten und alle entweder aus Montreal kamen oder dort wirken, lassen grüßen. Um übrigens nur einige Wenige zu nennen.
Was die Abgesandten aus elf Ländern letzte Woche an drei kalten Tagen in drei kleinen, schlichten Clubs plus bei einer pompösen (und bezeichnenderweise schlechter besetzten) Abschlussveranstaltung bestaunen, in Panels kennenlernen und später für ihre Festivals buchen konnten, hatte somit viel Glück, von den Veranstaltern auserwählt worden zu sein. Denn die Konkurrenz schläft nicht: Das Spin-Magazin listete jüngst ihre persönliche Top-5-Bands aus Montreal – keine von ihnen spielte beim diesjährigen "M For Montreal“.
Aber diese hier spielten und waren unter den 21 Bands die meist diskutierten. Dass dieses Jahr erstmals nicht alle Bands streng nur aus Montreal kamen, sei dem Festival übrigens verziehen. Hier Highlights und größte Enttäuschungen im Schnelldurchlauf:
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