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Wolf Parade live

In Berlin: Der kleine schwitzende Popo der Glückseligkeit

24.11.2008, 14:41, Text: Christoph Dorner
[4 Kommentare]

2005 war DAS Jahr für kanadischen Indie-Rock. Feist und sonstige Ableger der Broken Social Scene verzauberten Alles und Jeden, die erste Arcade Fire wurde Gesamtsieger des Tournament Of Hearts und im Zuge dieser aufgeladenen Kanada-Geilheit stolperte man auch noch über eine Band namens Wolf Parade, die via Sub Pop ihr Debüt "Apologies To The Queen Mary" veröffentlichten.

21.11.08 Berlin, Festsaal Kreuzberg

Knarzigen und trotzdem hymnischen Indie-Rock, jeder Song für sich ein kleiner ungeschliffener Rohdiamant. So war es ein kleines Drama, als im Herbst 2005 erste Deutschland-Shows mit Sleater Kinney lanciert wurden, die dann aber wegen einer Verletzung in Reihen des Frauen-Trios abgesagt werden mussten. Das Protokoll der kollektiven Fan-Verzweiflung kann man hier noch einmal einsehen.


Nach einigem hin und her spielten Wolf Parade dann doch drei Konzerte, größere Aufmerksamkeit ernteten sie jedoch erst viel später, nicht zuletzt wegen den wunderbaren Musikvideos zu "Shine A Light", "Modern World" und "I'll Believe In Anything". Es verwundert also nicht, dass selbst im Herbst 2008 noch das Bedürfnis vorhanden ist, Wolf Parade bei ihrer zweiten Deutschland-Tour immer noch für ihr erstes Album abzufeiern. Denn so viel steht fest: der Zweitling "At Mount Zoomer" ist weiß Gott nicht schlecht, gegen den rauschenden Schnappschuss von "Apologies To The Queen Mary" kommt es in seiner konzeptionellen Aufgeräumtheit nie und nimmer an.

  • Fotostrecke: Wolf Parade live
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So sind es auch in erster Linie die alten Erzeugnisse und überhaupt die faktische Anwesenheit der Band, die beim Gastspiel im gut gefüllten Festsaal Kreuzberg frenetisch durchgewalkt werden. Das stampfende "You Are A Runner, And I Am My Father's Son" als Opener, "Dear Sons and Daughters of Hungry Ghosts" in der Mitte des Sets und das kollektiv geträllerte "This Heart's On Fire" gegen Ende. Spencer Krug, Tastenmann und Sänger 1, trinkt während des Konzerts Schnaps auf Bier, lugt während der Songs immer wieder verstohlen auf die Mädchen in den ersten Reihen und holt während des Konzerts mal eben Backstage eine Ananas, die er auf seinen Keyboards platziert.

Video: Wolf Parade - "I'll Believe In Anything"



Dan Boeckner, Gitarrist und dauerzuckender Sänger 2, feuert dafür einen Strauß Rosen in die Menge. Allzu rauschhaft muss man sich den Auftritt von Wolf Parade deshalb allerdings nicht vorstellen, obwohl neue Songs wie "Soldier's Grin" oder "Kissing The Beehive" mit Proberaum-Appeal hingeknallt werden. Nein, das Konzert ist natürlich gut, zumal sich Wolf Parade noch Hits für die Zugaben aufgehoben haben. So kommen die vorderen Reihen bei "I'll Believe In Anything" - dem Abräumer schlechthin - ordentlich in Wallung, ehe nach 70 Minuten und "Fancy Claps" der kleine schwitzende Popo der Glückseligkeit implodiert. Die Band darf also gern wiederkommen. Nur drei Jahre sollte es bitte schön nicht wieder dauern.






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  • User: Christoph Dorner
  • Christoph Dorner 25.11.2008 | 16:34:20

    muss natürlich pogo heißen, nicht popo. ziemlich lustiger schreibfehler, so selbstkritisch sollte man doch sein.

  • User: dinosaurier
  • dinosaurier 25.11.2008 | 17:22:51

    da hab ich wohl was übersehen beim gegenlesen, haha.

    gruß

    dj hal

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