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Kaizers Orchestra live

Bildergalerie: Too bad for you

17.11.2008, 12:04, Text: Florian Weber, Foto: Florian Weber
[2 Kommentare]

Die norwegischen Live-Spezialisten gucken bei ihrer "250 Prosent Tour" in die Röhre. Oder doch nicht? Florian Weber war beim Düsseldorfer Konzert und weiß mehr.

16.11.08, Düsseldorf, Stahlwerk

Ein jeder Kaizer-Fan weiß noch genau, wann er das erste Mal mit den sechs Rampensäuen aus Norwegen in Berührung kam. Bei mir war es 2003 auf der Bonner Rheinkultur, als ich im Vorbeigehen auf der blauen Bühne diese Ölfass-Percussion-Gruppe entdeckte. Ich war sofort infiziert mit dem Kaizer-Virus. Die Leute, mit denen ich unterwegs war, dagegen überhaupt nicht. Kaizers Orchestra polarisieren sehr stark. Für manche einfach nur Zigeunermusik von arroganten Selbstdarstellern, halten viele das Kaizers Orchestra ernsthaft für die beste Live-Band des Planeten.


Dazu konträr wird in einem Fanforum im Vorfeld des Düsseldorfer Konzerts ein extrem schlecht besuchter Tourauftakt in Deutschland kommuniziert. In Kassel sollen nur 100 Leute gewesen sein. Und das, obwohl auf der "250 Prosent Tour" der Focus auf älteren und selten live präsentierten Songs liegen soll, extra als Abwechslung für den typischen Kaizer-Fan gedacht, der zu jedem Konzert in der Nähe rennt. Doch heute in Düsseldorf bietet sich ein ähnliches Bild: Das schlauchartige Stahlwerk ist zu etwa drei Vierteln leer. Das vordere Viertel der Halle wurde mit einem Vorhang abgetrennt, damit sich die knapp 300 Gäste nicht zu sehr verlaufen.

Trotz dieser enttäuschenden Kulisse lässt sich im Endeffekt sagen, dass das Kaizers Orchestra einmal mehr jeden einzelnen Zuschauer glücklich gemacht hat. Davon konnte man allerdings nicht immer ausgehen, die Maschinerie kam nur schwer ans Rollen und erst die zweite Hälfte des Konzerts war auf echtem Kaizer-Niveau. Man hatte das Gefühl, hier und da einen enttäuschten Blick im Orchestra erhaschen zu können. Von sich selbst angetrieben konnten sich die sechs Norweger aber quasi am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen und lieferten einen wunderbaren Konzertabend ab.

Begonnen wird dieser Konzertabend unverhofft von Micke From Sweden. Also doch noch das gewohnte One-Man-Vorprogramm, das eigentlich nur von der belgischen Band Mintzkov ausgefüllt werden sollte. Micke from Sweden erklärt, er sei in der Gegend gewesen und von der Band eingeladen worden, das Vorprogramm mit zu gestalten. Das tat er am Piano mit melancholischen Songs und geistreichen Ansagen. Bei Mintzkov wird jede Viertel gedroschen, jeder Snareschlag knallt. Würde es einen Schönheitswettbewerb für Gitarren geben, die des stimmlich und körperlich an Brian Molko erinnernden Sängers hätte gute Chancen auf den ersten Platz: Eine schwer abgerockte Fender Jaguar. Ein Relikt hunderter aufgebauter Gitarren-Soundwände, wie die am heutigen Abend dem Publikum entgegen geschlagene.


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  • Mistviech 18.11.2008 | 10:11:29

    das ist zwar traurig, dass eine so fantastische liveband nur so wenig leute zieht, aber angesichts der ticketpreise von bis zu 35 EUR nicht unbedingt verwunderlich ... auch wenn die bands mittlerweile nur noch an tourneen verdienen, müssen sie aufpassen, dass sie den bogen nicht überspannen.

  • User: Florian Weber
  • Florian Weber 18.11.2008 | 12:41:12

    Dem kann ich zustimmen, in Bielefeld 2005: AK 17 Euro. Sonntag in Düsseldorf AK 30 Euro. Das wird dann wahrscheinlich bald wieder rückläufig sein ...

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