Róisín Murphy live
In Berlin: Rave is over
14.11.2008, 11:41, Text:
Karina Henschel
[8 Kommentare]
Der größte gemeinsame Nenner von Pärchenbande und Partypeople an diesem Abend in Berlin ist vermutlich die Vorliebe für House-Musik. Dem kommt Frau Murphy freundlicherweise sehr entgegen. Karina Henschel hat sich unters Volk gemischt.
13.11.08 Berlin, Huxley's Neue Welt
Hohe Erwartungen hat man ja häufig nicht bewusst. Die sind einfach da, machen sich erst dann bemerkbar, wenn sie nicht erfüllt werden und man schmollend die Arme verschränken möchte. Nun, so dramatisch ist das nicht mit Róisín Murphy, dennoch gibt es Dinge von ihrem Konzert im Huxley's zu Berlin zu berichten, die einem Fall gleich kommen. Oder einem Sturz, oder einem Sprung.
Beispielsweise einem Stagedive. Die einstige Elektro-Diva ist zur Stagediverin geworden, alles für die Kunst, ist klar. Oder doch eher für das Publikum? Zu diesem gibt es übrigens einiges zu sagen. Eine merkwürdige Mischung! Einerseits sind viele Pärchen zugegen, die sich Plätze frei halten, während der/die andere schnell mal ne Brezel holen geht (Das letzte Konzert mit Brezelverkäufer war in einem Stadion und bestuhlt!).
An diesem Abend, so könnte man spekulieren, wird möglicherweise hundertmalig der Satz: "Sie spielen unser Lied" oder "weißt du noch?" gewispert. An der einzigen erreichbaren Bar halten sich das ganze Konzert über die gleichen interessante Gespräche führenden Gestalten fest, in der Nähe der Bars und natürllich vor der Bühne findet sich die Feiergemeinde zusammen. Gute Laune ist hier Pflicht und Abfeiern gehört zum guten Ton. Ganz doll vorwärts geht's hier! Scheinbarer Höhepunkt: Róisín Murphy stimmt "Let Me Know" an. Auf einmal johlen alle ausdauernd und frenetisch und legen los zu einer weiteren Runde rhytmischem Klatschen. "Ihr habt es echt drauf mit der guten Laune!" möchte man rufen, aber das wäre zwecklos. Gegen den Sound der passablen Anlage und das Gejohle käme man doch nicht an.
Video: Róisín Murphy - "Let Me Know"
Der größte gemeinsame Nenner von Pärchenbande und Partypeople an diesem Abend ist vermutlich die Vorliebe für House-Musik. Dem kommt Frau Murphy freundlicherweise sehr entgegen. Sie präsentiert viele Stücke ihres aktuellen Albums "Overpowered" in einer housigen Version, ist ja auch nicht so abwegig. "Primitive" wird erstaunlich rocklastig dargeboten, mit viel Lärm und E-Gitarrensolo, ein Lichtblick in dieser stimmungsarmen Veranstaltung.
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Cornfield Of Popcorn 14.11.2008 | 19:53:47
Na, also Stagediving ist aber nichts Neues für Frau Murphy. Das hat man (spätestens) schon bei der Moloko-Statues-Tour 2003 gesehen.
Ansonsten... ja, die Stimmung hätte besser sein können. Aber in die falsche Richtung laufen kann sie ja gar nicht, weil sie immer wieder in eine andere läuft...
UweB 14.11.2008 | 21:23:22
Was macht Roisin Murphy auch im Huxleys? Ist das nicht am Hermannplatz in Neukölln?
sharktankcleaner 15.11.2008 | 16:01:45
bin gleich wieder weg
was bitteschön hat tina henschels "kritik" mit dem roisin murphy konzert zu tun? und was bitte hat die "kritik" mit ihrer persönlichen befindlichkeit zu tun (insbesondere pärchen und schwule betreffend):
eine andere meinung, die etwas genauer beschreibt, was an diesem abend passierte:
http://www.jungewelt.de/2008/11-15/034.php
und die das bad in der menge sehen wollen:
http://de.youtube.com/watch?v=5oPNA8o3mlM
Editiert von
sharktankcleaner am 15.11.2008 16:02:27
sharktankcleaner 15.11.2008 | 16:02:10
bin gleich wieder weg
Editiert von
sharktankcleaner am 15.11.2008 16:03:04
advocatus diaboli 15.11.2008 | 19:01:37
die junge welt hat auch schon internet?
dachte die schreiben alles per hand.
schönen text hast du da geschrieben sharkcleaner
gesichtsporsche 15.11.2008 | 20:02:50
it´s o.k. to henning around
wenn man kacke drauf ist: einfach mal zu hause bleiben.
berlino 18.11.2008 | 08:17:54
Wenn man so unglücklich ist, sich von Welt und Freund verlassen fühlt, sollte Frau vielleicht einfach mal daheim bleiben. Am besten mit einer Freundin Sex and the City schauen u. schön über die Männerwelt lästern. Dann wäre der Blick vielleicht auch weniger verträumt deprimiert auf irgendwelche Pärchen im Publikum gerichtet, sondern auf die an diesem Abend extrem gut aufgelegte und stimmlich atemberaubende Sängerin. Stagediving darf's von so jemand wie der kleine Rose also nur als Kunstelement sein? Und wenn man das Publikum angeblich nicht erreicht ist auch nicht richtig, richtig? Mich z.B. hat Roisin voll gepackt - u. das obwohl ich ein drittel des Konzerts ganz hinten stand. Das beste Konzert der Dame (von deren ich bisher vier gesehen habe). Und mein Gefühl: die Karriere von R. Murphy läuft genau in die richtige Richtung. Ein unfassbar tolles Konzert - u. ich bin derzeit auch Single...
übrigens manchem (mir z.B.) ist eine bunte Mischung immer lieber als Einheitsbei (wie Partypeople etc.)...
Modest Mouse 20.11.2008 | 17:24:29
was für ein subjektiver rotz, wer will den sowas lesen.
welche andere künsterlin hat bitte so ein hohes entertainment potential und schafft es, über einen langen Zeitraum von 2 Stunden ihr publikum so in den bann zu ziehen? die leute haben getobt - alle!
und wenn ich sowas lese, muss ich brechen (entschuldigung):
"Das ist nicht gesund. Genausowenig wie zu viel Housemusik."
ach und noch was: wenn die leute mit geschlossenen augen tanzen, wird der künstler mit hoher wahrscheinlichkeit sein publikum mehr als erreicht haben! oberflächlichkeit ist anders.
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