Coldplay live
Nachlese: Es lebe das Leben!
15.09.2008, 15:06, Text:
Jan Lankisch, Foto: Jan Lankisch
[10 Kommentare]
Was für einen Eindruck bekommt jemand, der sich bisher nicht als Fan einer der größten, zeitgenössischen Pop-Bands bezeichnen konnte und nun in einer ausverkauften Kölner Multifunktionshalle zum ersten Mal mit ihr konfrontiert wird?
12.09.08, Köln, Lanxess Arena.
Einen Tag vor dem Konzert hatte ich nicht einmal mitbekommen, dass Coldplay überhaupt in Köln spielen. Dass einem so etwas nicht auffällt, kann passieren, denn bei 20.000 Menschen die zur Rush Hour linksrheinisch strömen, könnten es sich auch einfach gut gelaunte Pendler handeln, die sich auf den Feierabend freuen.
Nun sitzt man in der Arena. Unterrang 3, mit bester Sicht auf das Geschehen.
Albert Hammond Jr. startet den Abend. Wer hätte den The Strokes-Gitarristen in einem solchen Kontext vermutet? Sichtlich unambitioniert und müde kämpft er und seine vierköpfige Band sich durch die ca. 40 Minuten Vorprogramm und gibt eine Auswahl seiner zwei Soloplatten zum besten. Die Reaktionen seitens des Publikums sind recht verhalten. Ich möchte nicht bestreiten, dass es bei 19.000 Menschen weniger, besser funktioniert hätte, aber was der gute Mann in diesem Rahmen präsentiert sind eben leider keine Melodien für Millionen.
Nun zum Hauptgang. Die vier Briten betreten gegen 21:00 Uhr die Bühne und legen gleich los, schließlich gibt es einige Hits, die in der kurzen Zeit abzuarbeiten sind. So gibt es "Clocks" schon gleich als zweites Stück serviert. Ich hatte mich mit einem Freund noch abends zuvor darüber unterhalten, und der meinte, dass man Chris Martin eigentlich zu keinem Zeitpunkt irgend etwas übel nehmen kann, weil er auf eine faszinierend-ansteckende Art Sympathie ausschenkt, so dass man ihn einfach richtig verstehen muss. "Ich denke, dass man als Band viel von ihm lernen kann", und meint dies nüchtern-ernst aus Sicht eines Nicht-Fans.
Diese Sympathie ist so groß aufgespannt und kommt beim begeisterten Publikum natürlich bestens an. So nimmt es ihnen auch keiner übel, dass vieles an der Musik dann eben Playback ist, weil "die können ja auch nicht alles gleichzeitig machen", so meine Sitznachbarin. Bei 14 LKWs und 6 Reisebussen, welche die Band ohne selbst mitzureisen hinter sich herzieht, hätte man sich dann auch schon gerne ein kleines Orchester gewünscht, als dann schließlich die vermutliche Hymne der nächsten WM und das Titelstück ihres neuen Albums "Viva La Vida Or Death And All His Friends" eingestimmt wurde.
Video: Coldplay - "Viva La Vida"
Zum Nachtisch dann noch eine LKW-Ladung bunter Papierschmetterlinge, welche von der Decke der Arena auf das Publikum geschüttet wurden. Wirklich sehr schön anzusehen. Vor allem als sie dann noch vom Schwarzlicht angestrahlt wurden und man kurzzeitig an den Abschluss einer New-Rave Convention dachte. Einfach toll.
Dass die Band schon eine Stunde nach dem letzten Ton mit dem Privatflugzeug nach London übersetzt, um wie jeden anderen Day-Off mit der Familie zu verbringen, machte sie noch sympathischer. Hoch lebe das Leben, die Umwelt und die Sympathie.
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Man Called Sun 15.09.2008 | 16:49:25
Na, wie fand es denn der (bisher) nicht-Coldplay-Fan? Zumindest das könnte als Info schon rüberkommen ;-)
addictedTOchocolate 16.09.2008 | 07:40:01
Coldplay machen gute Musik, sind sympathisch ohne alberne Rocker-Klischees. Was mir jedoch nicht so zusagt, sind die Riesenhallen und Mega-Touren bzw. die dadurch resultierenden Preise.
Editiert von
addictedTOchocolate am 16.09.2008 07:41:22
buenaventura 16.09.2008 | 10:54:45
hashomer
sind coldplay tatsaechlich so beeindruckend gewesen, dass sie grundregeln der grammatik ausser kraft gesetzt haben? das waere ja was!
DirkNowitzki41 16.09.2008 | 12:11:11
different names for the same t
war gestern in berlin bei coldplay....habe das erste konzert von coldplay in deutschland gesehen....bizarre 2001...14:00 uhr...die band eröffnet das ding vor einer handvoll menschen(übertrieben).....love at first sight...yellow war bekannt aber nicht die livequali der band...ich fass es nicht..an was ein horst publikum ich diese band verloren habe...frauentauschmuttis..mit ihren töchter....cindy aus marzahn...etc.pp....zum glück waren engländer da..die wissen...auch zu coldplay...kann ich mich bewegen...jubeln...schreien....springen...und alles...!...ohne beschimpft zu werden weil ich versuche durch den innenraum zu kommen......bei radiohead....dieselbe anzahl an menschen und alle total super....und bei coldplay...einfach nur dämliche deutsche menschen....ich hasse die deutschen coldplay fans...aber liebe die band noch immer....demnächst aber doch bitte auf dem hurricane und southside....bloß nicht rock am ring....das wäre der tod!...
addictedTOchocolate 16.09.2008 | 13:15:42
Was hast Du erwartet? Nix gegen Coldplay aber in diese Halle geht nun mal eine bestimmte Zielgruppe.
Viel "Spass" beim Lesen:
Link
Editiert von
addictedTOchocolate am 16.09.2008 13:18:26
monocandy 17.09.2008 | 10:19:22
ich war in köln. und bin begeistert von coldplay! mein erstes konzert dieser band. was ich wirklich etwas befremdlich fand, war dieses ruhige rumstehen (höchstens klatschen) auf den blöcken. ich hab getanzt und gejubelt aber rund herum...nichts. ich hatte sogar teilweise das gefühl blöd angeguckt zu werden :D. aber das hat meiner laune keine minderung verschafft, glücklicherweise.
ich hatte vorher nicht sonderlich viel erwartet und wurde verdammt positiv überrascht!
snorej 17.09.2008 | 10:57:41
chris martin is foll süs.
nur seine ole, die has isch.
otic 18.09.2008 | 12:52:27
You can call me John!
Ist halt das übliche Konsens-Band-Spielchen, und das hat in erster Linie nicht unbedingt mit deren Qualität zu tun: Wenn in großen Arenen Fans, Nerds und Grönemeyer-Konzertgeher zusammentreffen, kann man sich grandios über alles mögliche beschweren.
RenniDemmy 18.09.2008 | 13:02:04
kognitive dissonanz
kann man sich grandios über alles mögliche beschweren.
oder einfach nicht hingehen.
otic 18.09.2008 | 13:24:52
You can call me John!
oder so
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