Das war Haldern Pop 2008 - Neue Bilder online von Flaming Lips bis Editors Artikelbild (groß)

Das war Haldern Pop 2008

Neue Bilder online von Flaming Lips bis Editors

11.08.2008, 16:50, Text: Daniel Koch, Foto: Gerrit Starczewski

Auch bei diesem, dem 25., Haldern Pop erlebt man wieder das Paradebeispiel, wie man den Pop in die Provinz bringen kann. Daniel Koch war für Intro drei Tage und Nächte vor Ort.

07.08. - 09.08.08, Rees-Haldern am Niederrhein


"Wenn ich euch über die Füße fahre, könnt ihr ja nicht mehr so schön tanzen", sagt die freundliche Dame, nachdem sie ein paar frühstückende Indiekids von der letzten freien Parklücke auf dem REWE-Parkplatz verscheucht hat. Es ist Samstagmorgen, schon zwei Tage Haldern-Geburtstag sind rum, man schlendert durch das nahegelegene Rees, gönnt sich frische Brötchen, pardon frische Haldern-Pop-Brötchen, oder entscheidet sich gleich für das komplette Haldern-Pop-Frühstücksangebot. Da gibt's dann sogar eine Brotdose zu. Oder doch nur die Haldern-Pop-Weintrauben für 2,99 Euro? Auch bei diesem, dem 25., Haldern Pop erlebt man wieder das Paradebeispiel, wie man den Pop in die Provinz bringen kann.


Da sitzen die Dorfältesten noch backstage am Lagerfeuer und graben die Promodamen an, da hilft die Dorfjugend bei der Lehrgutentsorgung und ganze Nachbarschaften übernehmen für ein paar augenscheinlich recht vergnügliche Stunden den Bierausschank. Ehrenamt mal außerhalb des Schützenfestes. Schön. Und das schmucke Publikums dankt's mit Freude.

Natürlich ist es nicht primär diese herzenswarme Ruhe, die einen auf dem Haldern Pop empfängt, für die man aus ganz Deutschland und immer öfter auch dem steinwurfweiten Holland anreist. Da wäre ja noch das Line-up, das immer wieder zu begeistern weiß und in diesem Jahr wirklich festlich ausfiel. Wobei dabei das Zusammenspiel aus Dickkopf und Herzblut weiterhin durchschimmerte - mit den passenden "großen" Namen obendrauf. Die wurden allerdings erst nach Ausverkauf verraten (Maximo Park) bzw. als Secret Gig auf der kleineren Zeltbühne "verheizt" (Fettes Brot) - was wohl jeden gefreut haben dürfte, der es rein geschafft hatte. Was dem Autor leider nicht gelungen ist. Schade, Ohren- und Augenzeugen berichteten von einem äußerst gelungenen Culture-Clash, bei dem die Brote das Indiepublikum problemlos auf ihre Seite ziehen konnten.


Aber schon der Donnerstag geriet dank der Flaming Lips und den Foals zu dem "Festakt", den sich Stefan Reichmann wenige Tage zuvor im Interview gewünscht hat. Letztere füllten mit ihrer Lebhaftigkeit problemlos die große Bühne, erstere überzeugten wieder einmal mit ihrem knallbunten Popfeuerwerk und dem großartigen Entertainer-Frontman Wayne Coyne, der leider stimmlich etwas angeschlagen war. Aber auch eine heisere Yoshimi bleibt toll. Und die tanzenden und teilweise auch knutschenden Teletubbies plus Konfettiregen bei Gegenwind taten der guten Stimmung ebenso wenig Abbruch. Anschließend wurde man dann songwriterisch von Daniel Benjamin & Friends wieder runter gebracht, bis man die nötige Isomattenschwere für sein Zelt hatte. A propos: Im Spiegelzelt punkteten an diesem Abend vor allem die Fleet Foxes, trotz kleiner Rangeleien mit ihrem eigenen Equipment.

Schon am frühen Freitagnachmittag empfahlen sich White Lies als überzeugende Verstärkung für die Interpoleditorsfreunde dieser Welt, bis später die Guillemots auch den letzten Zweifler auf ihre Seite brachten. Obwohl ihnen ein paar Mal die Verstärker abkackten, kriegten der irre Haufen um Chefornithologe, Songwriter, Sänger und Pianist Fye Dangerfield sogar die Publikumsteile rum, die sich augenscheinlich noch nicht zu sehr mit den Guillemots beschäftigt hatten. Vielleicht ist auch so die Existenz eine tatsächlich recht amtlichen Moshpits zu erklären.


1 | 2 | ... weiterlesen »



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]

 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.