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Beck live

Die personifizierte Lustlosigkeit

30.06.2008, 11:38, Text: Johannes Mihram, Foto: Joachim Zimmermann / joalarock.de
[5 Kommentare]


Der ehemalige "Loser" Beck Hansen spult sein neuerliches Hitprogramm ohne größere Ambitionen ab. Johannes Mihram war dabei und ärgert sich ein bisschen.

27.06.08, Berlin, C-Halle.

Die Klasse von '96 ist wieder beisammen. Vor zwölf Jahren war "Odelay" der Soundtrack ihrer Klassenfahrten und Erstsemesterpartys und nun hofft man, beim einzigen Deutschland-Konzert der Tour zum neuen Album "Modern Guilt" in der Berliner C-Halle das Lebensgefühl von damals noch mal aufleben lassen zu können. Darauf kann man zumindest kommen, wenn man sich in der zu nur zwei Dritteln gefüllten Halle umsieht und fast ausschließlich End-Zwanziger und Anfang-Dreißiger erblickt.


Sie müssen allerdings erstmal die Vorband Laid aus Berlin über sich ergehen lassen, die wohl ihre Vorstellung von Rockmusik spielt und bei "Nickelback in noch schlechter" landete. Kein guter Start in den Konzertabend und die knappe Stunde Umbaupause macht es anschließend auch nicht besser.

Dann endlich steht Beck mit seiner fünfköpfigen Band auf der Bühne, mit langen Haaren, Holzfällerhemd und Sonnenbrille. Und die nimmt er auch nur für den ersten Song der Zugabe ab. Nicht in Stimmung für Kontakt mit dem Publikum bleibt es bei einer einzigen Ansage zwischen den Songs, als er darauf hinweist, dass das neue Album bald in den Läden steht. Und auch sonst agiert der Kalifornier lustlos. Sein Bewegungsradius beschränkt sich an diesem Abend auf den Mund zum Singen und die Hände zum Gitarre spielen. Immer wieder verpasst er seine Einsätze, der Gesang ist drucklos und gleichförmig, die Artikulation nachlässig. Und es nützt wenig, Hits wie "Devil's Haircut", "Loser" und "E-Pro" aneinander zu reihen, wenn er sie dann doch alle mit der Gitarre zerschreddert. Von den Stilwechseln zwischen Funk, Rock und Elektro, von denen seine Platten leben, ist an diesem Abend nichts zu hören. Nach hinten raus spielt Beck dann vor allem Balladen wie "Lost Cause" und "Paper Tiger", doch ohne Ausdruck im Gesang verpuffen auch sie. Die Band agiert zwar durchaus motiviert, aber auch sie kann ihren Chef nicht aus der Lethargie reißen.



Leider schließen sich dann auch noch der Mann am Mischpult und der Lichtdesigner der Lustlosigkeit des Künstlers an - der Sound bleibt den Abend über matschig und hallig, eine Lichtshow ist schlichtweg nicht vorhanden. Und so sind die wenigsten Zuschauer wirklich traurig, als der Spuk nach einer knappen Stunde bereits wieder vorbei ist und sie im Innenhof bei Bier und Bratwürsten zum schönen Teil des Abends übergehen können. Endlich.



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  • User: erdalitos
  • erdalitos 30.06.2008 | 14:59:20

    hey johannes-ich würde sagen sehr treffender veriss!

    Editiert von erdalitos am 30.06.2008 15:03:26

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 30.06.2008 | 20:31:59

    hm, wenn ich so an meine beck-konzerterlebnisse denke kann ich das kaum glauben. die waren immer vollkommen anders und immer klasse... naja, ich bin jedenfalls schon gespannt wie das neue album ausgefallen ist...

  • hansmoleman 01.07.2008 | 19:52:07
    ...behaupte ich mal so.
    kann ich zwar verstehen, aber nicht bestätigen. zum ersten gab es nach der letzten zugabe noch reichlich zugaberufe (in berlin durchaus nicht selbstverständlich). zu beklagen, dass im publikum niemand jünger ist als mitte 20, finde ich schon fast befremdlich, aber naja... am sound gab es zumindest ganz vorne, wo ich war, nichts zu meckern.

    das konzert begann verspätet, die vorgruppe war schlimm und hatte offensichtlich vergessen, dass sie nur vorgruppe sind und spielten gleich mal 8 minute länger, beck hat sich kaum bewegt, kaum was gesagt, hatte 70 minuten lang 'ne sonnenbrille auf, hatte tatsächlich einige einsätze vergeigt, bzw. war mit der schnute nicht rechtzeitig am mikro. offensichtlich müde oder ihm ging es nicht gut (seine drogengewohnheiten kenne ich nicht... aber seine frau und seine 2 kleinen kinder waren direkt vor der bühne... die kinder mit hörschutz! heisst zwar noch nicht zwingend, dass er nicht zu war, macht es aber etwas weniger wahrscheinlich...).

    trotzdem war ich nach ein paar stücke doch sehr hingerissen. seine letzten alben haben mich ja nicht so überzeugt wie seine alben bis "midnite vutlures" - die neuen stücke, von denen er doch einige aufführte fand ich aber klasse... zumindest live haben sie sehr gut funktioniert - mal sehen ob sie's auf cd immernoch tun. die publikumsresonanz war auch weit besser, als man es anhand des artikels vermuten könnte.

  • User: Man Called Sun
  • Man Called Sun 01.07.2008 | 21:14:52

    Ich habe schon "öde" und sehr geile Shows von ihm gesehen, von daher passt das schon - ist er zurzeit auf Promotour und hat keinen Bock?

  • User: snorej
  • snorej 02.07.2008 | 22:24:17

    was ne bekloppte brille der hansen da an hat. der macht sich doch lächerlich als berufs jugendlicher.

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