Sónar 2008
Nachlese: Ein Platz für Engel
23.06.2008, 12:38, Text:
Thomas Venker, Foto: Hobby Fotografie Ltd.
Immer nur auf Achse: Thomas Venker hat sich auf einem der größten Elektronik-Festivals Europas, dem spanischen Sónar, mal für INTRO umgeschaut.
19. - 21.06.08, ES-Barcelona, Macba, Plaça dels Angels, 1, 08001 Barcelona / Apolo / Moog / Hafen / Beaches...
Wer sich mit elektronischer Musik ernsthaft auseinandersetzt, der kommt am Sónar Festival nicht vorbei. Während in Miami auf der Winter Music Conference im März immer die totale Sause angesagt ist, was auch gut ist und was sich mitunter, wie bei jeder Party auf der die Leute noch reden können, auch funktional auswirken kann, haftet dem Sónar allein durch die Struktur deutlich mehr Ernsthaftigkeit an - auch wenn es auf den ersten Blick mit dem Standort Barcelona auf das gleiche hinauszulaufen scheint.
Damit das mit dem ernsthaften Teil hinhaut, gibt es allerdings die Trennung in Day und Night. Tagsüber kann man sich auf dem rund um das Museum für Moderne Kunst angelegten Festivalgelände auf vier Bühnen diverse Labelshowcases und Acts anschauen (diesmal u.a. mit Pan Sonic, Yo Majesty, Quiet Village, Kalabrese, Daedelus, Deepchord presents: Echospace, Le Rok, Matmos, The Field...), durch den Multimediabereich und die Messe schlendern, auf der sehr viele internationale Festivals, Labels und Vertriebe ausstellen, sich in die hinteren Presse- und Caféräume für Besprechungen zurückziehen oder aber in der Red Bull Music Academy Lounge unzähligen DJs zuhören. Soweit zur erfolgreichen Symbiose aus Party und Biz.
Fotostrecke:Sónar Festival 2008
Das offizielle Nachtprogramm nötigt einen dann leider nicht nur, ins Industriegebiet der Stadt zu fahren, wo in sehr großen Hallen leider viel zu viele gute Acts aufspielen, sondern bringt genau deshalb mit sich, dass man nachts nur noch wenigen Bekannten über den Weg läuft, zumindest wenn man diesen offiziellen Teil des Sónars mitmacht. Im Vorfeld wurde diesmal viel gemunkelt, dass das Sónar By Night dem Primavera Festival folgt und die Abendveranstaltungen auf einem Open-Air-Gelände im Norden der Stadt stattfinden. Dem war aber leider nicht so. Doch obwohl das Sónar By Night keinen Charme besitzt und man sich jedes Jahr aufs Neue vornimmt, nicht hinzugehen, zwingen einen die Künstler letztlich doch in die Knie. Dieses Jahr spielten u.a. Diplo, Justice, Róisín Murphy, Hercules And Love Affair, Theo Parrish, Miss Kittin, Busy P., Sebastian, DJ Mehdi, Pantha Du Prince und Efdemin auf. Tja, wie will man da anders als doch vorbeizuschauen...
Wer trotz der hohen Bookingqualität dennoch nicht einen auf Hallen-Rave machen wollte, der konnte sich auch in diesem Jahr wieder bei den diversen Off-Sónar-Happenings austoben. Das fing mittags mit den ersten Strand- und Hotelpartys an (letzteres hat sich die letzten Jahre etabliert und stellt eine gute Chance für Labels dar, das aktuelle Labelprogramm sehr konzentriert zu präsentieren; wie bereits im Vorjahr wurde vor allem der gemeinsame Event des Berliner Mobilee Labels mit dem Downloadportal Beatport heiß gehandelt) und setzt sich nachts in den Clubs wie dem Moog und Apolo / Nitsa (dort hosteten u.a. Kompakt, Bpitch und Gigolo solche Off-Nächte) oder am Strand fort, wo u.a. Matthew Jonson und abermals die Kompaktler einluden.
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