Kiss vs Ace Frehley live
2:0 für die rollende Geisterbahn!
13.06.2008, 11:00, Text:
Jens Buschenhenke, Foto: Jens Buschenhenke
Unser Autor Jens Buschenhenke mag Karneval und Rockmusik. Somit war das Kiss-Konzert in Oberhausen für ihn so eine Art Feiertag. Und für den direkten Vergleich hat er sich zwei Tage zuvor den alten Kiss-Recken Ace Frehley auch noch angesehen.
Band-Battle: Kiss (11.06. Oberhausen, Arena) vs. Ace Frehley (09.06, Köln, Live Music Hall).
Alter Schweizer, was für eine Show! Und ich rede jetzt nicht von der Wasserschlacht bei Basel, sondern vom Konzert der Schminkrockdinos Kiss in der Arena zu Oberhausen. Dort gaben sich die Herren jetzt schon zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Ehre und brachten eine 2-stündige Show auf die Bühne, die David Copperfield hätte blass werden lassen. Zum 35-jährigen Jubiläum Ihres Erfolgsalbums 'Kiss Alive' wurden die alten Kostüme nochmal entmottet und das Schminkköfferchen wieder aufgefüllt. Allerdings nicht wie vor 8 Jahren auf der großen "Abschiedstournee" mit allen vier Gründungsmitgliedern der Urformation, sondern mit zwei frisch angeheuerten Mi(e)tmusikern in Form von Eric Singer am überdimensionierten Drumkit und dem bisher wenig bekannten Thommy Thayer als Ersatz für Space Ace (Frehley) an der Leadgitarre.
Genau jener Ace Frehley war es, der nur 4 EM-Fussballspiele zuvor (am 09.06.) in Köln die Live Music Hall mit seiner eigenen Band und ganz ohne Schminke im Gesicht bespielte. Warum Gene Simmons und Paul Stanley als einzig verbliebene Gründungsmitglieder von Kiss diese Tour nicht wieder mit Ace und dem Drummer Peter Criss spielen, das wissen nur die Herren selbst, aber vermutlich hat es etwas mit Dollar$ zu tun. Vielleicht war es aber auch der Wunsch nach Selbstverwirklichung, der Paul Daniel Frehley dazu trieb mit seiner eigenen Combo auf Tour zu gehen. Diese bestand aus drei jungen Musikern, (stilistisch irgendwo zwischen Mötley Crüe und Good Charlotte) die vom Meister anscheinend dazu angehalten wurden neben dem Musizieren auch noch debil ins Publikum zu grinsen, um selbiges bei Laune zu halten. That´s show business (the American way)!
Fotostrecke:You Wanted The Best: Kiss live
Lautstärkemäßig stand Ace seinen alten Weggefährten in nichts nach und auch diverse Showelemente wurden ins seine Show eingebaut, aber bei dem Bombast, der gestern die Wände in Oberhausen zum Wackeln brachte, konnte Ace nur den zweiten Platz belegen. Und das leider auch musikalisch. So bestand sein Set größtenteils aus Kiss-Klassikern oder auch der Jagger/Richards Nummer '2000 Man', die Ace auch schon früher mit Kiss singen durfte. Leider wurde aber schnell deutlich, dass Ace an der Gitarre einfach mehr drauf hat, als am Mikrofon und deshalb ließ er seinen Gesang auch immer gerne vom Schlagzeuger doppeln - oder überließ ihm den Gesang gleich komplett.
Besser so. Unsympathisch machter Ace sich dann noch, als er dem Kölner Publikum ein gelangweiltes "Take a bow, you fucking ham!" entgegen brachte, weil es für seinen Geschmack anscheinend nicht genug applaudierte.
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