Primavera 2008 - Nachlese: Der Festivalzirkus kommt nach Hause Artikelbild (groß)

Primavera 2008

Nachlese: Der Festivalzirkus kommt nach Hause

04.06.2008, 11:53, Text: Thomas Venker, Foto: Hobby Fotografie Ltd.
[7 Kommentare]

Nach der Stippvisite in den USA jetzt Spanien: Thomas Venker berichtet von einem der wahrscheinlich schönsten Festivals Europas.

29.05. - 02.06.2008, E-Barcelona.

Schön waren sie, die amerikanischen Festivalwochen mit Highlights wie South By Southwest und Coachella, aber zuhause ist es bekanntlich am schönsten. Insofern: Freuen wir uns, dass ab jetzt der Festivalzirkus wieder durch Europa zieht.
Während etwas weiter nördlich das Immergut die deutsche Saison eröffnete, kam dem Primavera die gleiche Rolle für Spanien zu. Und soviel schon an dieser Stelle: Die Stimmung war auch 2008 wieder extrem gut. Bands, Publikum und Organisationsteam lagen sich sprichwörtlich vier Tage lang in den Armen. Tränen gab es nur auf einer kleinen Bühne am Wasser, aber dazu später mehr...


Machen wir uns nichts vor: Wir vom INTRO sind nicht gerade objektiv, wenn es darum geht, das beste Festival Europas zu benennen: Drunter wollen wir es für unser Baby Melt! nicht fühlen. Aber wir haben auch alle notwendigen Argumente dafür auf Lager: Line-Up, Lage, Atmosphäre.... - Pablo Soler, Director des Primavera-Festivals weiß um all diese Vorzüge, weswegen er auch gar nicht versucht, mir als Resümee des achten Primavera die Pole Position abzuringen, aber ein zweiter Platz, der müsse doch drin sein. Er ist es. Denn all das, was ein paar Zeilen weiter oben für das Melt! steht, lässt sich auch für das Primavera sagen. Das am nördlichen Rand Barcelonas gelegene Festival wartet seit Jahren mit einem zwingenden Programm auf, das - bei aller Notwendigkeit das Gelände mit großen Namen zu füllen -  vor allem eins ist: mit Indieherz kuratiert.


Man merkt die Indiesozialisation aller Beteiligten - und so werden im Zweifelsfall noch fünf weitere Nerdbands gebucht als ein schlagkräftiger Name. Zu kurz kommt aber auch im populären Sektor niemand, zumal die spanischen Nächte bekanntermaßen sehr lang sind und eh viel zu viel aufspielt. Alles mitnehmen ist nicht möglich, weshalb auch diese Nachlese nur eine subjektive Reise durch das Erlebte ist - die Bilder dazu finden sich in der Fotogalerie.


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  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 04.06.2008 | 13:32:51

    Aber das ist doch das Gute daran, dass das Primavera überhaupt nicht anstrengend ist. Ich hätte auch noch ein paar Tage so weitermachen können. Die Konzerte im Apolo gehören für mich jedenfalls immer zu den Highlights. Und noch entspannter ging es dieses Jahr im Parc Miró zu. Jedenfalls ein netter Bericht, wenn ich manches auch etwas anders gesehen habe. Immerhin steht zumindest mal mehr drin als sonst...

    Hier sind auch nochmal der Links zu ein paar der Fotos von meiner völlig lädierten Schrottkamera: Link

    Wenn ich nächstes Jahr von Intro einen Presseausweis und eine richtige Kamera bekomme mach ich gern auch noch ein paar bessere Bilder... ;)

  • stinka 04.06.2008 | 14:50:57

    Mhm, hab mir das dieses Jahr nicht gegeben. Nicht so zwingendes Lineup, zu gutes Wetter hier im Norden.

    Letztes Jahr war das genau umgekehrt - dafür das Festival so was von heftig überlaufen. Dass sich 10.000 Leute vor einer der kleineren Bühnen versammeln, um Low zu sehen, hat zwar was. Strengt aber an.

    Und überhaupt - eine sowas von assige Orga hatte ich noch nie erlebt. Bin alleine beim Abholen meiner bezahlten Karten über eine Stunde angestanden. Dann die Getränkebons: Jeweils nur an einem Tag gültig. Zurückgegeben ging nicht, nur Umtauschen - aber nicht an den überall herumstehenden Bon-Verkaufsständen, sondern an genau 3 Schaltern mit Warteschlangen, die...

    Egal, nicht mehr aufregen... Musikalisch wars ja gut. Aber zum Top-Festival gehört halt mehr. Zumindest in meiner Liste.

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 04.06.2008 | 18:40:08

    Das ist ja echt seltsam. Also kenn wirklich kein besseres und entspannteres Festival und ich war nun wirklich schon auf sehr sehr vielen. Weder ATP, noch irgendwelche sehr viel kleineren Festivals wie Haldern können da mithalten. Komischerweise hab ich letztes Jahr jedenfalls nirgends anstehen müssen, es war nie ein Problem ganz vor die Bühne zu kommen (bei Low war's auch nicht voller als sonst irgendwo - man konnte sich sogar noch auf die Wiese legen und zuschauen) und das mit den Bons ist ja wohl auch kein Problem wenn sich nicht zu doof anstellt... Das einzig nervende war im letzten Jahr der teilweise ungewohnt schlechte Sound und die ungeschickte Bühnenanordnung.

  • User: Frigo
  • Frigo 04.06.2008 | 18:50:38
    Futon-Revolutionist.
    aus den zugegebenermaßen vorhandenen schlangen an nur zwei stellen (von denen die rückgabe eh eine eher vernachlässigbare größe ist, wenn man vorher weiß, was man braucht, oder einfach mehrfach kauft, zum ticket holen haben wir auch nicht mehr als 15min gebraucht) eine "assige Orga" zu konstruieren halte ich für sehr gewagt, aber gut.

    mein eindruck: so ein entspanntes, ohne die üblichen nervigkeiten auskommendes und allgemein glatt ablaufendes festival hab zumindest ich noch nirgendwo erlebt.
    und dann hat man noch nicht mal ein wort über das lineup verloren.

    ansonsten netter bericht, persönliche highlights waren, neben throbbing gristle, vor allem überraschenderweise devo (wie agil), sicherlich holy fuck, boris, portishead und deerhunter.

  • salzstangenkick 23.06.2008 | 15:45:04

    Hm, nochmal seltsam, nur andersrum: ja, das line-up war grossartig.
    das festival selbst fand auf einem grossen betonplatz statt, die (wirklich!) freundlichen spanier schickten uns - egal, was wir wollten - immer wieder zu meilenweit entfernten orten. unkompliziert durfte es offensichtlich nie sein. des nachts um 3 dann plötzliche stichproben ("hat hier auch jeder ein einlaßband!?"), 70,-EUR für die tageskarte PLUS 2,-(nächstes jahr auch + nackenkraulen?), wenn man die young marble giants(o.a.) im auditorium auch wirklich sehen wollte. die stimmung war dennoch super, aber dass es inzwischen überall normal ist, wenn securitys davon ausgehen, man sei eigentlich nur angereist, um ärger zu machen, über zäune zu klettern usw. geht mir extrem auf die nerven. mag sich naiv anhören, aber das gefühl, hier hätten die organisatoren einfach lust gehabt, mit eintrudelnden gästen ein paar schöne tage zu erleben, kam in keiner sekunde auf.

    dank an devo. das konzert geriet unter die top 3 meiner konzertliste.

    hm. dabei mecker ich sonst für normal gar nicht so viel...

    sk

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 23.06.2008 | 16:45:11

    wer kauft schon tageskarten??? es ist doch allgemein bekannt, dass bei einem 3-tages-festival 2 einzelne tageskarten teurer sind als das ticket für das ganze wochenende...und davon mal ganz abgesehen hab ich für mein festivalticket (zwar etwas früher aber ganz offiziell) etwa 75 euro bezahlt und dafür 5 tage lang konzerte genießen können. wäre ich ein paar tage früher gekommen wären es noch mehr konzertabende und wer in barcelona wohnt kommt das ganze jahr über immer mal wieder umsonst zu konzerten... also das ist nun wirklich das letzte worüber ich mich beschweren würde.
    und das mit den stichproben ist auch blödsinn. auf dem festivalgelände wird nur an den stellen kontrolliert wo es zum abgetrennten bereicht geht in denen leute mit diesem night-ticket für weniger eintritt reinkommen...

  • salzstangenkick 23.06.2008 | 17:13:18

    eine tageskarte kauft, wer nur einen tag aufs festival möchte. ist doch allgemein bekannt. günstigerer eintritt durch früher kaufen usw., klar, is schon okay. von "einem der wahrscheinlich schönsten festivals europas" zu schreiben halte ich aber für deutlich mehr als gewagt. fertig.

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