Coachella 2008
Bildergalerie: Die Wüste lebt
28.04.2008, 10:52, Text:
Thomas Venker, Foto: Jeff Palmer
[4 Kommentare]
25.04. - 27.04.08, Cochella Valley Music And Arts Festival. Empire Polo Fields, Indio, Kalifornien, USA.
Wahrscheinlich ist es noch gar nicht so lange her, zwei oder drei Jahrhunderte, da dachte man hier in dieser Gegend eher ans Sterben als an Entertainment. Nun, der Marsch nach Westen ist schon länger durch, Kalifornien aufgeteilt in kleine Partiellen für den Amerikanischen Traum, und rund um das Polo Club Gelände, auf dem das Coachella1999 erstmals und seit 2002 jährlich stattfindet, residieren die Alten und die Reichen und die Schönen (naja, was man halt hier so für schön hält; auf der Fahrt hinein in die Wüste von Los Angeles wird auf großen Werbetafeln an der Seite des Highways für so ziemlich jeden Schönheits-OP geworben, dementsprechend sieht das Volk hier aus) inmitten des ewigen Sandes auf mit viel Wasser der Natur abgerungen Grünanlagen. Durchaus schön anzusehen. Aber was wichtiger ist: So kann man sich überall mal eben unter das Wasser legen - und das ist bei den Temperaturen hier dringend angesagt, genauso wie ein schattiges Plätzchen.
Ja, ja, kein sonderlich spannender erster Gedanke zu einem Festival in der Wüste, aber sprechen wir ihn doch trotzdem aus: Ist das heiß hier. Außer mir scheint es aber nicht wirklich viele zu stören, statt schützenden Hüten und tonnenweise Sonnencreme, die später auch Tegan And Sara allen nochmals von der Bühne runter einreiben wollen (selbst unter den Klamotten solle man sich eincremen, so Tegan, da die Hitze so aggressiv sei, dass man sich sonst als Mädchen auf den Brüsten einen Sonnenbrand holen würde), hüpfen diese fröhlichen jungen Amerikaner in Mini-Badeklamotten rum, wenn überhaupt. 50.000 sind es dieses Jahr, und je mehr die Tage voranschreiten, desto voller wird es auch auf dem Gelände.
Wobei sich der Andrang ganz gut auf die fünf Bühnen, passend zum Ort Sahara Tent, Mojave Tent, Gobi Tent sowie Outdoor Theatre und Coachella Stage betitelt, verteilen. Negativer Nebeneffekt: Man muss ganz schön Meilen machen in der heißen Sonne. Während dieser langen Märsche kommt man nicht umhin, das zu bestaunen, was dem Festival den Untertitel Arts gibt: Schreckliche Hippiekunst wie aus frühen Ravetagen.
Fotostrecke:Coachella 2008 - Die Wüste lebt
Aber sprechen wir endlich über Musik. Davon gab es hier an drei Tagen viel, allerdings, sehr irritierend für europäische Besucher, zwischen 13 Uhr Mittag und 24 Uhr. Dann war Feierabend und man musste sich selbst auf die Suche nach privaten Poolpartys von Künstlern, Medien oder amerikanischen Teenagern machen - was in einer Gegend ohne wirkliche Stadt gar nicht mal so leicht ist. Dem frühen Ende geschuldet, ist elektronische Musik auch nicht so präsent wie bei uns üblich. Es dominieren die Bands. Das was es an elektronischen Acts ins Line-Up schaffte, kann man als den Konsens der Saison bezeichnen: So spielte fast die komplette Ed-Banger-Clique mit Labelchef Pedro Winter (alias Busy P), SebastiAn, Uffie featuring DJ Mehdi und allen voran Justice auf, frenetisch abgefeiert - was gar nicht so selbstverständlich ist, wenn man wie Mehdi und Busy P gleich nach doors open ran muss.
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Peter Flore 28.04.2008 | 13:10:11
Köstlich
Es wäre zu schön, aber da ging wohl nichts.
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