Get Well Soon live
Klassisch ausgebildetes Understatement
10.04.2008, 15:07, Text:
Senta Best
[3 Kommentare]
09.05.08, Köln, Gebäude 9.
Folgende Situation erwartet man nicht unbedingt beim Betreten eines ausverkauften Konzertsaals (es sei denn, man befindet sich auf einem Sigur Rós-Konzert): Absolute Stille, jeden noch so kleinen Räuspersound hört man im ganzen Raum, kaum eine Bierflasche klappert und wenn, dann hat zuvor jeder den letzten die Kehle runterfließenden Schluck mitbekommen. Akustisch.
Und das, obwohl auf der Bühne nicht mal eine besonders respekteinflößende Person steht, die um diese Ruhe gebeten hat, sondern ein Konstantin Gropper aka Get Well Soon, dem diese unheimliche Stille eher unangenehm zu sein scheint. Seltsam, passt aber irgendwie zu diesem ersten Konzert der aktuellen Tour und der damit verbundenen großen Spannung, wie das Superalbum 'Rest Now!, Weary Head! You Will Get Well Soon!' wohl live umgesetzt wird. Zusätzlich sorgte vielleicht SupportFlorian Horwath aka Vorband für die besonnene Ruhe im Raum.
Groppers Mit-auf-der-Bühne-Steher sind fünf Gropper-Kopien (das jedenfalls schien von weitem so) und ein blondes Mädchen, die sich als Groppers Schwester herausstellt und die ja auch schon auf dem Album vertreten war.
Schon nach den ersten Tönen hört man dem klassisch ausgebildeten Sänger und der Band an, dass sie den Musikerknigge aus dem Effeff beherrschen: Crescendo, Piano- und Forteklänge an goldrichtigen Stellen, punktgenaue Stopps aller Instrumente und ein Stimmvolumen von ganz unten nach ganz oben und zurück werden hier groß geschrieben. Jedes Stück ist ein genau ausgeklügeltes Meisterwerk mit dem leichten Hang, sich dramatisch zu steigern um dann sehr abrupt zu enden. Ein Get Well Soon-Konzert hätte es also ebenso verdient, in einem Orchestersaal stattzufinden. Und über Vollbestuhlung hätte sich sicher auch keiner beschwert.
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Christoph Dorner 11.04.2008 | 02:03:46
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Mark Kowarsch 11.04.2008 | 08:58:22
"Crescendo, Piano- und Forteklänge an goldrichtigen Stellen, punktgenaue Stopps aller Instrumente und ein Stimmvolumen von ganz unten nach ganz oben und zurück werden hier groß geschrieben." - Argh, das kann aber ganz böse nach hinten losgehen!
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