
Eels live
Nabelschau, Schatzi!
21.02.2008, 16:51, Text:
Daniel Koch
[3 Kommentare]
20.02.08, Berlin, Volksbühne.
Mein letztes Eels-Konzert sah so aus: Rockschuppen (Bielefeld, PC 69), Stehplatz, Pilsbier, Ohrenfiepen - und auf der Bühne eine Rockband. Es war die Souljacker-Tour, Mr. E hatte mit Butch, Kool G Murder und John Parish eine Truppe um sich geschart, mit der es sich auch mal vorzüglich laut losdreschen ließ. Ich war ziemlich begeistert, was vor allem daran lag, dass sich die Eels wie keine andere Band in meinem Herzen festgebissen haben. Allerdings war ich am Ende auch ein wenig erstaunt, dass man es doch halt eben NUR mit einem Rockkonzert zu tun hatte. Ich fragte mich irgendwie die ganze Zeit: Hätte das nicht irgendwie anders sein müssen?
So was geht einem also durch den Kopf, wenn man dann über sieben Jahre später endlich wieder die Möglichkeit hat, die Eels zu sehen. Diesmal auf einem bestuhlten Konzert in der ehrwürdigen Volksbühne. Andere Vorzeichen - klar. Man hoffte, dass man ein gut abgehangenes Best-Of des Eelschen Werkes zu sehen bekam, denn immerhin war es ja die Tour zur 'Meet The Eels' und zu den 'Useless Trinkets'. Es mag jetzt etwas abgedroschen klingen: Aber der Abend hatte dann doch ein paar Überraschungen parat - die vielleicht nicht jedem schmeckten.
Zunächst hat der amerikanische Songwriter Gus Black das zweifelhafte Vergnügen, vom rechten Bühnenrand aus den Abend zu eröffnen. Da die Bühne von einer großen Leinwand verhüllt wurde, müssen sich er und seine Begleitsängerin mit ca. zwei Quadratmetern begnügen. Ein trauriger Anblick zu schönem, akustischen Songwriterfolk. Gus Black hinterließ besonders mit dem Opener 'Today Is Not The Day … (To Fuck With Me)' vom kommenden Album einen guten Eindruck.
Tja, und dann - äh - wird es komisch. Statt der Eels in persona flimmert bloß ein Mr. E über die Leinwand, und zwar im Vorspann zur BBC-Dokumentation 'Parallel Worlds, Parrallel Lives', in der E sich auf die Suche nach seinem Vater begibt. Eine großartige Dokumentation, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, dass ein persönlich hoch geschätzter Künstler derart öffentlich sein Familientrauma (eines von vielen) verarbeitet. Das kennt man natürlich aus seinen Songs - aber mit einem Kamerateam im Rücken? Und dann auch noch in Szenen, in denen er sich alte Tapes seines Vaters zum ersten Mal anhört und im Hintergrund plötzlich sein eigenes, jüngeres Ich plappert oder mit dem Schlagzeug rumlärmt. Ich hatte schon viel über den Film gelesen und wusste, dass er knapp eine Stunde geht, in der man viel über E, seinen Vater und Quantenphysik für Einsteiger lernt. Wer sich jetzt auch die Frage stellt, die ich mir stellte: Spielen die den ganz???? Ja, taten sie. Ich fand's großartig, hatte aber auch Verständnis für den bölkenden Typen, der so langsam mal ein Konzert sehen wollte.
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afromme 22.02.2008 | 12:32:54
Ich war auch anno dunnemals auf der Souljacker-Tour im inzwischen abgerissenen PC69 in Bielefeld. Ich fand's damals zwar sehr gut, aber auch nicht so richtig weltbewegend. Vielleicht, weil's "nur" ein Rockkonzert war.
Komme aber auch sehr gut klar damit, auf der aktuellen Tour nicht dabei zu sein. Der Doku-Film interessiert mich zwar, aber den möchte ich eigentlich nicht als Konzert-Intro in voller Länge sehen. Auch sonst - ich kann bei der Inszenierung verstehen, wie man das ganze etwas zu selbstgefällig finden kann.
Suziko 20.01.2010 | 14:17:33
Wer Standartprogramm will darf nicht zu den Eels gehen... fand es großartig, war wie eine Performance.
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