
Get Well Soon live
Ludwig II. statt Cobain
18.01.2008, 16:13, Text:
Christoph Dorner
[2 Kommentare]
17.01.08, Berlin, Postbahnhof.
Ge-\"Whoo\"-ed wird im Publikum bereits munter, als Konstantin Gropper mit Band die Bühne im Postbahnhof betritt. Dabei erscheint das Debütalbum von Get Well Soon erst am heutigen Freitag. Doch so wirklich geheim halten ließ es sich eben nicht, dass es da einen jungen, deutschen Songwriter gibt, dessen Musik - etwas flapsig parliert - nach Conor Oberst und Thom Yorke klingt. Hinter vorgehaltener Hand war sich ja bereits im Sommer von mitreißenden Auftritten beim Obstwiesenfestival und dem Haldern Pop berichtet worden, die eine Nachfrage erzeugten, zu der es bis auf ein paar kleine Appetizer bei MySpace noch gar kein Angebot gab. Und selbst auf der Popkomm im September spielten Get Well Soon in einem kleinen Berliner Club noch gegen die Windmühlen kollektiver Redseligkeit des Fachpublikums an. Doch pünktlich zur Veröffentlichung von 'Rest Now Weary Head You Will Get Well Soon' ist der Stein dann doch ins Rollen gebracht worden. Album des Monats hier, Record Of The Week da. Dazu ein beachtlicher Verkaufsrang beim größten virtuellen Warenhaus. Kein Wunder also, dass sich bei der Record-Release-Party von Get Well Soon bereits Hälse recken und aneinander gedrängelte Körper den Weg nach vorne versperren. \"Whoo\".
Eröffnet wurde der Abend von der jungen Berliner Band I Might Be Wrong, wegen der wohl die wenigsten den Weg in den Postbahnhof auf sich genommen hatten. Dabei wurde sich im Publikum bereits nach wenigen Songs anerkennend zugenickt: Ein größeres Kompliment für eine Vorband gibt es nicht. Irgendwo zwischen Indietronic à la Lali Puna und dezentem Postrock ihrer Labelmates von Seidenmatt, von denen man sich die Cellistin ausgeliehen hatte, schweben die Songs von I Might Be Wrong luftig-leicht im Raum. Und Sängerin Lisa von Billerbeck schaut dazu ähnlich verschüchtert drein, wie Julia Hummer in 'Gespenster', vorgestern auf Arte. Schön. Deshalb sollten Nicht-Hauptstädter vielleicht der Versuchung eines Robert Stadelhober widerstehen und das Geld, dass man für 'Berlin am Meer' plus Popcorn ausgeben wollte, besser in das Debüt von I Might Be Wrong investieren: 'It Tends To Flow From High To Low'. Denn eventuell bekommt man darauf ein authentischeres, weniger plakatives Gefühl vom Leben junger Menschen in der großen Stadt.
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blackseven 21.01.2008 | 09:38:02
Hau drauf!
Jawohl, man kann!
Aber "Gespenster" war ja wohl mal einer der allerschlimmsten Filme, die ich im Kino gesehen habe. Dann doch lieber Starship Troopers.
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