Fettes Brot Live

War da noch was?

17.12.2007, 16:00, Text: Elena Grunwald
[3 Kommentare]

14.12.07, Köln, Gloria Theater.

Ohne Support, aber dafür mit einer zahlenmäßig überlegenen Band, betraten Bette Frost alias Fettes Brot am Freitag Abend die Bühne des ausverkauften Gloria Theaters in Köln. Ohne großes Vorgeplänkel starteten sie mit ihrem ersten Song vom neuen, noch nicht veröffentlichten Album, das sie im Rahmen dieser Clubtour dem Publikum präsentieren wollten. Was erwartet man wohl, wenn eine Band der Menge vollkommen unbekannte Lieder um die Ohren haut? Ein Lächeln? Ein bisschen mit den Beinen wippen? Ein wenig mit dem Kopf nicken? So oder so ähnlich, würde man vielleicht vermuten, aber nicht so bei Fettes Brot. Schon ihr erster Song ließ das Publikum durchdrehen. Zu lange hatten die Fans auf das Album und eine Tour gewartet, als dass sie jetzt gemütlich alles über sich hätten ergehen lassen können. Wer Fettes Brot kennt und mag, der geht nicht einfach auf das Konzert, sondern auf eine Party. Selbst in der letzten Reihe sprangen die Leute in die Luft und machten es Björn, Boris und Martin nach.


Die erste Stunde spielten Fettes Brot ihr ganzes neues Album, in dem sie über Rankings sangen, über die Liebe rappten und dem Hörer aufforderten, die Schuld nicht irgendwem zu geben, sondern alles auf sie zu schieben. Bei einem Stück versuchten sie, zwei sich unbekannte Menschen zusammenzuführen. Sie widmeten dem Hinterteil einen ganzen Song und besangen die Internetliebe und ihre Folgen. Das neue Album wirkte live wie ein wildes Gemisch aus guten Popsongs, HipHop-Stücken, bei denen eindeutig mehr gerappt wurde als beim Vorgängeralbum, ein bisschen Rock, ins Ohr gehenden Beats und ruhigen Songs á la 'An Tagen Wie Diesen'.

Hatten Fettes Brot das Publikum nach dieser Stunde schon begeistert, schafften sie es nach der Ansage, das Konzert wäre jetzt vorbei, da ein Album schließlich nicht zweieinhalb Stunden gehen könne, uns vollkommen in Ekstase zu treiben. Gefühlte zehn Minuten klatschte die Menge zu den Worten „Nordisch! hu, hu, huuu. Nordisch By Nature“, bis die Jungs mit ihrer Band uns endlich erlösten und ihre Hits wie 'Emanuela', 'Jein' und 'Schwule Mädchen' spielten. Bei diesen Liedern musste schließlich auch der letzte Tanzmuffel aus sich rauskommen und in die Luft springen. Einer nach dem anderen wurden wir in den Bann gezogen und bewegten uns zu dem Beat, grinsten über beide Ohren und fühlten uns fast ein wenig berauscht, als schließlich alles auch schon wieder vorbei war.

Trotz einer wunderbaren Show, den wohl besten Ansagen und witzigsten Gesprächen, die je auf einer Bühne stattfanden, hing über diesem Abend ein großes Fragezeichen. Denn obwohl das Publikum immer wieder danach verlangte, ja schon fast bettelte, konnten sie Bette Frost nicht dazu bringen ihren Hit 'Nordisch by Nature' zu spielen. Sollte dies nun ein Zeichen sein? Haben die Jungs endgültig, nach gut zehn Jahren, die Nase voll von dem Lied oder wollten sie die Leute einfach mal ein bisschen ärgern? Letzteres kann man bei diesen Sympathieträgern zwar ausschließen, trotzdem konnte sich den Grund niemand so richtig erklären. Aber wenn wir mal ehrlich sind: wer brauchte bei diesem Konzert schon 'Nordisch by Nature'?



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  • User: mons boy
  • mons boy 21.01.2008 | 12:08:09

    ich dachte dt. hiphop wird von intro ignoriert?

  • User: snorej
  • snorej 21.01.2008 | 19:33:37

    vor allem seit die solche texte haben. das geht gar nicht, pervers.

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