The Wombats live
Fancy Dress Party in Liverpool
22.10.2007, 16:00, Text:
Peter Flore, Foto: Peter Flore
15 Minuten Fame mit den Kuscheltieren aus Liverpool: Bei der Record Release Party auf dem Mersey River regierte euphorisches Chaos.
19.10.07, Boat Party auf dem Mersey River, UK-Liverpool.
Hatte ich mir immer gewünscht: Mal John Lennon die Hand schütteln. In Liverpool. Und heute abend sollte es also Wirklichkeit werden. Über den Umstand, dass es sich nur um ein täuschend echtes Kostüm eines Partygastes handelte, sah ich vor lauter Begeisterung locker hinweg. Genauso wie zahlreiche Eltern an diesem Freitagabend anscheinend mal in Puncto Jugendschutz Fünfe gerade sein ließen: Ein Großteil des durchschnittlich 15jährigen, weiblichen Publikums ist schon bevor das Party-Boot am Liverpooler Pierhead unten am Hafen ablegt, eindrucksvoll voll.
Für die Rave-Kids der englischen Hafenstadt vermutlich die Party des Jahres: The Wombats, Liverpool's own UK hype 2007, hatten zur Record Release Party ihres beachtlichen Debüts 'A Guide To Love, Loss And Desperation' geladen. Ein Boot soll den ganzen Abend über den Mersey River tuckern, dazu gibt's DJs und Live-Sets im Rahmen einer fancy dress party, für die ich mich vor Ort noch schnell eindecken muss.
Ich kaufe mir einen pork pie hat, wie ihn der Große Gatsby oder Buster Keaton gern getragen haben. Wie lustig. Zugegeben, die örtlichen Teenager waren kreativer: Es gibt Ghostbusters, Sponge-Bobs, Seemänner, überhaupt viel Maritimes und überall und gerne: Smilies und Neon-Farben. Dieses New-Rave-Ding, es gibt es tatsächlich.
The Wombats, bestehend aus Sänger und Gitarrist Murph, Drummer Dan und dem aus Norwegen importierten Bassisten Tord, haben es als erste ungesignte Band geschafft, die Liverpooler Carling Acedemy auszuverkaufen, Fassungsvermögen: 1200 Leute. Mittlerweile ist die Band natürlich unter Vertrag, was nicht zuletzt dem Erfolg ihrer veritablen Singles 'Backfire At The Disco', 'Kill The Director' und dem aktuellen Kracher 'Let's Dance To Joy Division' geschuldet ist. Und spätestens nach dem für die Band typischen A-Cappella-Intro 'Tales Of Girls, Boys And Marsupials' weiß man auch, wie das Beuteltier läuft: Obwohl das Album noch nicht draußen ist, singen alle boys'n'girls jede Textzeile mit, es herrscht akute Kollapsgefahr unter Deck, da es mit knapp 400 Partygästen eh schon überfüllt ist und die niedrige Decke ihr Übriges tut. Sehen kann man schon ab der dritten Reihe nichts mehr, die Bühne ist ebenerdig.
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