Menomena live

Fortschritt ist da

03.07.2007, 19:30, Text: Christian Steinbrink
[5 Kommentare]

02.07.07 - Dortmund, FZW

Was für ein seltsamer Kontrast! Da spielen Menomena, wohl der derzeit heißeste Undergroundtipp mit Ambition auf Erfolg auch auf großer Bühne, ihr erstes Deutschland-Konzert ever ausgerechnet im biederen, von glamourösen Poptrends so unbeeindruckten Dortmund. Und so wenig das FZW jemals optisch den Eindruck machte, als ob hier legendäre Abende stattfinden könnten, so verlässlich locken sie immer wieder großartige Bands im Anfangsstadium ihrer Karriere in den allenfalls mit öder Vorstadtromantik auftrumpfenden Dortmunder Westen. Nur – bemühen sich auch angemessen viele Leute aus ihren kleinen Großstadtapartments ins rußige Ruhrgebiet? Oder ist man mal wieder unter sich?


Dass Modulator in ein paar Monaten auch so eine aufkommende Band mit bundesweitem Fame sein können, ist eher unwahrscheinlich. Zu lange werkeln sie nun schon auf kleinem Level, und die sympathische Homebase Geldern im Niederrheinischen, Heimat des verdienten Kollegen Christian Wessels, ist auch nicht gerade als Brutstätte von Indiehypes bekannt. Nichtsdestotrotz sind Modulator gut, überraschend gut. Ausgehend von flirrendem Krautpop à la Stereolab, Broadcast oder frühe Pram wuseln sie sich durch ihre Stücke, versuchen manches Experiment, testen Post- und Mathrock und verlieren sich auch mal sehr schön am Ende eines Songs. Die Stimme der Sängerin kommt an diesem Abend etwas leise, dafür beweist der Rest des Quartetts seine instrumentalen Qualitäten, auch weil eine zu der Musik sehr gut vorstellbare Lichtshow in schimmernden Rottönen im FZW nun mal gar nicht drin ist. Toll, das solche Musik nicht zwangsläufig aus England kommen muss, denn so kann man sie sich ja öfter mal live anschauen. Und das Staatsakt-Label wartet wohl auch schon auf neues, zur Veröffentlichung freigegebenes Material, vielleicht kommt da ja bald mal was.

Kurz darauf bin ich überrascht, dass Menomena aus Portland tatsächlich nur zu dritt auftreten. Ich hätte gedacht, dass so ein breites Set an Sounds trotz Laptop-Technik live von mehreren Musikern umgesetzt werden muss. Tatsächlich ist jeder der drei T-Shirt-Boys Multitasker und dementsprechend aufgeregt und konzentriert bei der Sache. Ihr drittes Album 'Friend And Foe' hat in den letzten Monaten den US-Underground in Aufruhr versetzt, woraufhin City Slang-Detektiv Christof Ellinghaus zugriff und nun das Album im August auf seinem Label europaweit herausbringt.

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  • User: Schlüter Zwei
  • Schlüter Zwei 04.07.2007 | 01:04:43

    ich komme bei der Fotogalerie irgendwie nicht über das erste Bild hinaus... ist da ein Fehler?

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