
Franz Ferdinand live
Furzende Sythiebässe
15.06.2007, 11:05, Text:
Jim Avignon, Foto: Jim Avignon
[4 Kommentare]
13.06.07, USA-New York City, Bowery Ballroom.
Franz Ferdinand kündigen diskret eine secret show in einem kleinen Club an, in der neue Stücke vor Publikum “ausprobiert” werden sollen. Es spricht sich schnell rum, Tickets sind bereits nach 3 Minuten ausverkauft und werden noch am selben Tag auf craigslist für 300 $ angeboten. Vor dem Club hängt ein Miniposter (siehe Foto unten): Schwarzweißkopie, liebevoll mit Filzstift ausgemalt. Bestimmt lange her, dass Franz Ferdinand so ein Poster hatten. Der Abend beginnt gut gelaunt. Die Band, zuletzt arg mitgenommen vom Tourmarathon, scheint gut wieder hergestellt, kommt feixend auf die Bühne, macht Witze darüber, dass der Club so klein ist und man nicht mal Mikrofone braucht und empfiehlt, sich statt der eigenen Show lieber The Rakes in der Knitting Factory anzusehen.
Flott geht es los, das Konzept des Abends: abwechselnd ein Hit und ein neues Stück, die Hits zum Mithüpfen und die neuen Songs zum Mitschreiben. Das Keyboard ersetzt weitgehend die zweite Gitarre und beschert uns dramatische Pianointros ('A New Thrill'), furzende Synthiebässe ('Turn It On') und quietschige Melodien ('Anyone In Love'). Im Gesamtsound ist das immer noch eindeutig Franz Ferdinand, im günstigen Fall klingt es nun wie der eigene Dance-Remix, in den unglücklicheren Momenten erinnert's an die Doors, Inspiral Carpets und einmal sogar an Fisher-Z (!).
Schwer zu sagen, obs nur daran liegt, dass man 'Matinee', 'Michael' und 'Take Me Out' auch im Schlaf noch mitsingen kann, aber die neuen Stücke mit so seltsamen Titeln wie 'English Goodbye', 'Shopping For Blood' und 'Favourite Lie' überzeugen noch nicht auf der ganzen Linie. Die Band scheint zuletzt selber unzufrieden mit ihrer secret show. Nach 45 Minuten verschwinden sie mit den worten “We’re Franz Ferdinand, see you later”, kommen aber kurz darauf wieder zurück und spielen noch 3 Zugaben.
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afromme 15.06.2007 | 12:32:00
Wenn man "Dark of the matinee" u.ä. mitsingen kann, und Artikel drüber schreibt, sollte man aber schon auch wissen, dass "Shopping for blood" mitnichten ein neues Stück, sondern die B-Seite der ersten FF-Single überhaupt ("Darts of Pleasure") war, also schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat.
riquie 16.06.2007 | 19:04:10
und "shopping for blood" ist ausserdem ein grossartiges lied, nicht nur musikalisch sondern auch politisch-literarisch, mit bezug auf die anglisierung/londonisierung des schottischen in allen lebensbereichen.
wäre glatt mal ein thema für eine seminararbeit...
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