Jack Daniel's Backstage Festival

Lad-Rock im Hinterland

16.04.2007, 20:00, Text: Thomas Venker, linus volkmann

12. - 16.04.07, Lynchburg + Nashville, Tennessee, USA.

Lovecat Felix Scharlau hätte uns so beneidet, spielte doch eine seiner Lieblingsbands, Spoon, das Eröffnungskonzert des Jack Daniel's Backstage Festivals - aber leider hat er keinen Grund dafür, da es ohne uns vonstatten ging, da wir noch inmitten der Introproduktion festsaßen. Zu schade aber auch. Dafür wurde uns am nächsten Tag der Popstarmoment der späten Ankunft in einer schwarzen Limo auf dem Jack Daniels-Anwesen in Lynchburg gegönnt - so wurde dort niemand mehr bestaunt, seitdem Daniels höchstselbst die Idee hatte, Hochprozentiges in Fässern zu räuchern.

Ein interessantes Volk hat sich auf dem pittoresken Gelände versammelt. Galt es doch nicht weniger, als aus aller Welt Besucher einzuladen, schliesslich steht im Herbst ein großes Jubiläum an. Bands konnten sich für einen Gig qualifizieren, Barkeeper aus England durften sich endlich selbst die Drinks bringen lassen und Journalisten abends die Kaiser Chiefs in der hauseigenen Riesenhütte bestaunen. Vorher wurde man aber noch traditionell-heimisch abgefüllt. Ja, auch mit Whiskey, aber zunächst mit Nahrung, oder dem, was man in der amerikanischen Provinz so nennt. Ein auf dem Teller ineinander verschwimmendes Gulasch aus Salat, süßem Brot, warmen Äpfeln und gezuckerte Kidneybohnen. Wenn das keine Spezialität war, war es die Hölle. Das werden wir demnächst mal auf wikipedia checken. In jedem Fall stellte es eine gute Grundlage für das aufziehende Trinkgelage dar. Eigentlich gilt man ja erst nach 20 Jahren intensiver Beschäftigung als Whiskey-Experte, an diesem Abend haben viele aber die Wartesemester dahin abgekürzt. Also, das happening ging nun los.


Und sollte es in sich haben - und endete mit einem ordentlich abgehenden Kaiser Chiefs-Frontmann, der mal eben die Whiskeybar übernahm. Ein schöner Abschluss ihres einstündigen Konzertes, bei dem einem mal wieder bewusst wurde, wieviele Hits doch auf zwei Alben draufpassen. Schon irre. Vor allem wenn man, wie einer von uns, die Band bis dato gar nicht so sehr schätzte und sich dann plötzlich mit englischen Hools in den Armen den Refrain zugröhlte. Lad-Rock im besten Sinne. Ein engagierter Schlagzeuger mit zweiter Stimme und der wollige Bassist mit sanften Augen, dazu massig light in die Fresse - fast wie wenn die Scorpions zu 'Rock You Like A Hurricane' die Tornados aufsteigen lassen. Neue Songs von der aktuellen Platte 'Yours Truly, Angry Mob' und sechs kapitale Hits von einst und now. Und die kamen. Alle. Und \\"Oh my god, I can't believe it, I've never been this far away from home\\". Passt zum Mitsingen natürlich glänzend, wenn man sich im Hinterland von Nashville befindet und einen sitzen hat.







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