
Cut City live
Eine Gitarre weniger
22.03.2007, 20:10, Text:
Felix Scharlau, Foto: Felix Scharlau
[2 Kommentare]
21.03.07 Köln, Tsunami.
Viel gibt es eigentlich nicht zu schreiben über das Kölner Konzert von Cut City. Es war vorgruppenlos, mit nur ca. 40 Minuten nicht gerade lang und leider nicht hundertprozentig überzeugend. Und das stellt eigentlich die größte Überraschung des Abends dar, macht die schwedische Band doch verdammt vieles richtig, wie die Songs auf ihrer MySpace-Seite auch Neulingen beweisen dürfte. Mit einem crediblen Label wie GSL im Rücken hat man aber trotz Joy-Division- und überhaupt besten Post-Punk-Referenzen hierzulande noch nicht ganz den Riesenaufschlag gelandet. Was aber weder tragisch noch verwunderlich ist, immerhin erscheint dieser Tage nach Singles und EPs auch erst das Debütalbum 'Exit Decades' bei uns. Zurück zum Konzert. Das ging von den drei Musikern fast unkommentiert und schnörkellos über die Bühne. Und genau diese Schnörkel in Sound und Bühnenpräsenz fehlten eben, um die eigenen Songs vor den circa 50 Besuchern und der schlechten PA in Stein zu meißeln. Und ein Effektmeer alleine macht auch noch keinen Sommer, oder wie das Sprichwort heißt.
Um den entschuldigenden Knalleffekt gleich vorweg zu nehmen, denn wir sind ja keine Unmenschen, hinterher kam die alles rechtfertigende Auflösung: Nein, auf den Promofotos hat sich nicht etwa noch ein Bekannter ins Bild geschlichen. Die Göteborger Band ist in der Tat ein Quartett und war gestern, wie das Durchzählen definitiv ergab, um ihren zweiten Gitarristen dezimiert. Der hatte einen Tag zuvor in Erwartung baldiger Vaterwerdung das Flugzeug nach Hause genommen - Gratulation von dieser Stelle aus. Und Sänger-Gitarrist Max J. Hansson wurde über der neuen Verantwortung, auch die Parts des geschiedenen Bandkollegen zu spielen, auch noch krank. So erklärt sich wohl auch, warum die drei beim Verlassen der Bühne - wenig motivierend in Richtung der klatschenden Zuhörer/Innen – im Vorbeigehen schon die Verstärker ausmachten. Mehr sollte hier und jetzt einfach nicht sein. Schade, aber für so eine Situation hat das Leben das Prinzip \\\\"zweite Chance\\\\" erfunden. Und die soll es laut Booker im Herbst geben. Wir gehen dann wieder hin und hören eben bis dahin das tolle Album.
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very_british 23.03.2007 | 09:20:46
taken too young
In Berlin war's genauso. Davon mal abgesehen, dass mangels Kommunikation mit dem Publikum, und ungewohnter Bandgröße eigentlich niemandem klar war, dass gerade cut city spielen.
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