
The Killers live
Dicker als je zuvor
09.11.2006, 19:38, Text:
Tim Sohr
[9 Kommentare]
05.11.2006, Köln, E-Werk. Desaströse Kurzauftritte und Konzertabsagen - das waren The Killers vor anderthalb Jahren, in Zeiten, als ihr Debütalbum \\"Hot Fuss\\" gerade durch die Decke ging. Auf der Bühne fiel es der Band regelmäßig schwer, ihren Status als eine der größten Indie-Hoffnungen zu rechtfertigen. Doch heute, im Herbst 2006, sieht die Sache schon ganz anders aus. Das zweite Werk \\"Sam's Town\\" steht seit einigen Wochen in den Läden, und es klingt etwas erdiger als die Synthie-Achterbahnfahrt des Erstlings. Die Geräuschwand ist allerdings geblieben und zudem dicker als je zuvor.
2000 Fans im ausverkauften Kölner E-Werk scheren sich nicht um alte Kapriolen und wollen sich vor Ort vom Fortschritt der Las-Vegas-Jungs überzeugen. Und nachdem sich der männliche Teil des Publikums kollektiv in die Sängerin der Vorband The Howling Bells verliebt hat, legen die Killers dann auch los, als gelte es, kleineren Venues im Eiltempo zu entkommen. Der Album-Opener und Titeltrack darf auch live eröffnen, ehe die Killers mit dem aktuellen Welthit \\"When We Were Young\\" und ihrem Instant-Klassiker \\"Somebody Told Me\\" das Volk aus dem Stand gewinnen und den Rest des Abends auch nicht mehr verlieren werden. Intonation und Stimmvolumen des - heute abend leicht angeschlagenen - Brandon Flowers erinnern mehr denn je daran, dass er ein früher Sohn von Robert Smith sein könnte. Und dass der Sänger, geschmückt mit Anzug und Krawatte, inzwischen auch die Rampensau in sich entdeckt hat, passt in das Gesamtbild einer höchst souveränen Ausstrahlung der gesamten Band. Die \\"Sam's Town\\"-Produzenten Flood und Moulder verrieten in einem Interview zur Albumveröffentlichung, sie hätten noch nie mit einer Band zusammengearbeitet, die bei ihrem zweiten Album so klar definierte künstlerische Vorstellungen hatte. So gerät auch der Kölner Vortrag der Killers breitbrüstig: Die wahrscheinlich als Singles angedachten Songs des, bei ihren Fans (noch) nicht unumstrittenen, zweiten Albums, gepaart mit den Perlen von \\"Hot Fuss\\" ergeben eine - trotz aller Professionalität - rauschhafte Mischung, die keine Wünsche offen lässt. Und \\"Mr.Brightside\\" reißt natürlich das Haus ab. Schon jetzt ihr Song für die Ewigkeit.
The Killers erfüllen inzwischen Erwartungen und rechtfertigen ihre eigenen Ansprüche. Eine Identität suchen sie nicht mehr. Vielleicht könnte es ihnen tatsächlich gelingen, die neue Konsenstruppe für das gesamte Universum zu werden. Wenn sie es schaffen sollten, diesen Schritt auf unpeinliche Weise zu vollziehen und ihre Würde dabei nicht zu verlieren, dann hätte unsere Generation die besseren U2. Sie sind auf einem guten Weg. Und dass es eine geradezu verbotene Menge Spaß macht, diese Entwicklung zu verfolgen, kann jeder bestätigen, der im E-Werk dabei war.
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Gerd Rubenbauer 10.11.2006 | 01:49:39
Tschuldigung, is jetzt vielleicht etwas kleinkariert, aber die heissen nur
Howling Bells
homi 10.11.2006 | 10:06:04
Für mich haben die Ihre Würde schon beim Eins.live clubgig verloren. Das war einfach nur peinlich schlecht.
Oleandah 10.11.2006 | 12:07:24
"Die besseren U2" glaubt ihr aber selber nicht, oder?
kaetz 12.11.2006 | 17:36:24
DIE BESSEREN U2?
wann waren u2 gut?
die killers waren wunderbar in münchen.
Anna Banana 02.01.2007 | 18:20:14
vielleicht genauso kleinkariert aber "When WE (?) Were Young"?
dubman 02.01.2007 | 19:11:21
also mit diesen Bullen-Schnauzern sehen die doch sowas von Stulle aus ....kann nur ne Parodieband sein.....
wolkenwelt 02.01.2007 | 21:23:59
YEAH wieder live review und wieder kriegt die intro nichts gebacken !!!
Plutoni 03.01.2007 | 16:05:41
War einer von Euch beim letzten Konzert in Amsterdam und weiß jemand, ob es einen Mitschnitt gibt? An der Diskussion "Die besseren U2" beteilige ich mich besser erst mal nicht :-)
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