
The Whitest Boy (A)live
I think I have drunk too much milk today
11.10.2006, 14:39, Text:
Christina Bohn
[2 Kommentare]
09.10.2006, Erlangen, E-Werk.
Wow! Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll, meine Eindrücke zu sortieren: Vom The Whitest Boy Alive-Konzert im Erlanger E-Werk gibt es so viele Anekdoten zu berichten! Da gab es auf der einen Seite Knuffelchen Erlend Øye, der zwar etwas durch aber dennoch äußerst charmant rüberkam, eine Kuhglocke, eine nach Gin Tonic lüsternde Monitor-Box, zwei Biertaufen, Stardust, sowie einen gerissenen Gitarrengurt und auf der anderen Seite ein quasi frenetisches Publikum. Aber der Reihe nach.
Anfangs hielten sich die Erlanger - gewohnt fränkisch - noch etwas zurück: Hier und da wurde mitgewippt und der Applaus nach dem ersten Lied war ehrlich und solide. Aber spätestens als Erlend begann, bei "Done With You" seine kleine rote Kuhglocke bimmeln zu lassen, ließ das Publikum den Emotionen beim Beifallspenden freien Lauf! Erlend, der alte Nerd: "I think I have drunk too much milk today and I heard milk isn't good for the voice, so I think I need a Gin Tonic. And I think the monitor box in front of me needs a Gin Tonic, too!". Und das alles so schön vorgetragen mit diesen schlaksigen Faxen. Das kommt an. Und Erlend, wir verzeihen es Dir, dass Deine Stimme an diesem Abend nicht ganz so fit war, denn was ist das Gegenteil von perfekt? Richtig, sympathisch!
Musikalisch bewegten sich die vier (Wahl-) Berliner auf gewohnt tightem Terrain: einmal quer durch ihr Album "Dreams". Wobei die Live-Darbietung einiger Songs nicht so sehr auf Kuschelecke getrimmt war, sondern dem einen oder anderen Lied ein prima Tanzbär-Kostüm angezogen wurde. Locker-flockig träumen, wippen, tanzen, himmeln, schmachten. Fantastisch! Als nach dem offiziell letzten Titel "Burning" für mich der krönende Abschluss eigentlich schon erreicht war, forderte die Zuhörerschaft allerdings noch mehr - viel mehr! Es wurde so lange weitergeklatscht und gejubelt, bis das Licht wieder ausging und The Whitest Boy Alive erneut auf die Bühne kamen, um schüchtern zu fragen: "What Do you want to hear?" - ich hatte tatsächlich den Eindruck, die Jungs waren darauf nicht vorbereitet. Vor allem nachdem Herr Øye dem Publikum gestand, dass er vorher noch nie etwas von der Existenz Erlangens gehört hatte.
Weiter ging's und den Anwesenden wurden weitere zwei Lieder serviert, bis die Band ein zweites Mal freudedurchflutet von der Bühne hopste und dabei der sonst für die Tasten zuständige Daniel Nentwig Schlagzeuger Sebastian Maschat noch eine waschechte Bierdusche verpasste. Die Erlanger allerdings haben nicht eingesehen, jetzt schon vom Fleck zu weichen und mit flehendem Applaus wurden die vier Nerds noch mal auf die Bühne gebeten. Und dann das! Großartig dieses "oyige" "Music Sounds Better With You": Wenig Stardust auf Ibiza, dafür umso mehr The Whitest Boy Alive, denn kurzerhand wurde auch eine halbvolle Bierflasche zum Instrument umfunktioniert. Zum Schluss riss auch noch der "Gitarren"-Gurt von Bassist Marcin Oz: "Auf diesen Moment habe ich fünf Wochen gewartet und heute ist's passiert!" Ja, an diesem Abend ist wirklich alles passiert!
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dieanna 13.10.2006 | 14:46:39
komisch, die spontane bierdusche und so kam ein paar tage vorher in augsburg auch. hm.... naja.
nachtrag 16.10.2006 | 16:40:23
vermutlich war es das crack
dann ist es ja garnicht komisch, das die in hamburg auch kam. war ja ganz nett das konzert, mir aber zeitweise zu FUNKYY.
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