25 Jahre Touch & Go

1000 Reunions (+ Bildergalerie, Videos)

30.09.2006, 18:55, Text: Thomas Venker, Felix Scharlau, Foto: Felix Scharlau
[12 Kommentare]

08.-10.09. Chicago.



Hier geht's zu den Big-Black-Bühnenansagen von Steve Albini:
Video:
Hi / Lo.

Die Legende geht um, Touch & Go-Gründer Corey Rusk habe Ende vergangenen Jahres die Betreiber des ebenfalls nicht unbekannten Hideout-Clubs im Chicagoer Westen mit einem simplen Trick gelinkt. Ob sie für die nächste Ausgabe ihres jährlichen Hideout-Open-Airs, das direkt vor dem Club auf einem größeren Parkplatz stattfindet, nicht noch Interesse an ein, zwei Bands von Touch & Go hätten, wollte der spitzbübische Mann in besten Jahren wissen. CocoRosie und Calexico hätten nämlich Zeit. Aber gerne doch, bekam er zu hören.


Super. Und was wäre, wenn jetzt auch Pinback könnten und Scratch Acid eine Reunion spielen würden, so Rusk weiter. Na, aber immer doch! Und Big Black? Seam? Negative Approach? Girls Against Boys? So langsam dämmerte es Rusks Gegenüber: “Sag mal, Corey, feiert ihr nicht nächstes Jahr 25-jähriges Bestehen und kann es sein, dass du gerade dabei bist, mein Festival zu übernehmen?“ - „Ja.“


Aber man wurde sich schnell einig mit der einmaligen, freundschaftlichen Übernahme - auch im Hause Hideout sitzen große Fans von Touch & Go. Was folgte, waren drei Festival-Tage, die nicht gerade arm an Wiederauferstehungen, Sensationen und Indie-Spirit daher kamen. Schon am Freitag wurden, dem gestauchten Line-up geschuldet, bereits um 19 Uhr die wiedervereinigten Girls Against Boys verfeuert. Der frühe Spot tat ihrem Set aber keinen Abbruch. Mit der von der untergehenden Sonne angeleuchteten Skyline Chicagoes im Rücken zeigten sie noch mal, warum an ihren rhythmischen Tüfteleien Mitte der 90er keiner vorbei kam. Bereits dunkel wurde es beim höchst unterhaltsamen Ted Leo (der in einem fort darauf hinwies, dass er als einziger Festivalkünstler nicht auf dem Label sei, es aber bald vorhabe) - dem „Moneybrother des Underground“, wie er fortan nur noch genannt wurde. Oder auch „Die gute Seite der Partymedaille“. Deren hässlichen Bruder zerrten später !!! wenig eindrucksvoll ins Rampenlicht. Arrogantes Party-Gehampel auf der Suche nach dem Vibe, den diese Band sonst nie vermissen lässt – vielleicht die größte Enttäuschung des ganzen Festivals.

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aus Intro #144 (November 2006)
 
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  • User: gesichtsporsche
  • gesichtsporsche 01.10.2006 | 10:14:32
    it´s o.k. to henning around
    wahnsinn. DAS währe mir sogar 75 euro wert gewesen. was für ein wiederauferstehungsfeuerwerk.

    venker scheint david yow allerdings nicht im geringsten zu kennen. absolut unter aller sau, so etwas hier aus "journalistischer pflicht" daherzuschwafeln. das david yow seltsames zeug erzählt und auch gerne mal das publikum anfällt ist ja echt eine wahnsinns news. respekt.

  • User: Felix Scharlau
  • Felix Scharlau 01.10.2006 | 10:50:44
    Mobilfunk deutlich teurer
    der abschnitt stammt von mir. david yow war nicht der coole weirdo, der witzig-verrücktes zeug erzählt, sondern jemand, der überhaupt nicht verstand, dass irgendwer mit ihm redet, geschweige denn was.
    thomas hat früher scratch-acid-konzerte gefilmt und veröffentlicht - die kennen sich oder sagen wir: könnten sich durchaus noch wiedererkennen.

  • User: gesichtsporsche
  • gesichtsporsche 01.10.2006 | 11:30:38
    it´s o.k. to henning around
    ich meine auch nicht witzig cool, sondern wirklich seltsam.der ist/war eben immer einer derjenigen, die wirklich einen kampf mit sich auf der bühne führen und "suffern" und nicht den coolen weirdo spielen. hat aber auch gerne mal interviews verweigert...von daher.ich stecke jedenfalls nicht drin.

  • User: rockotron
  • rockotron 01.10.2006 | 16:49:44
    lackaffe
    nicht zuletzt um einfach mal zu erwähnen, dass ich zu den anwesenden zählte möchte ich zu protokoll geben, dass mich das shellac-set durchaus nicht enttäuschte und dass der auftritt von cocorosie im windigen, dämmernden, regnerischen chicago in dem artikel keine ausreichende würdigung erfährt. dies sei hiermit nachgeholt. enttäuscht war ich hingegen von einem eher langweiligen calexico-auftritt. und verflucht kalt war's dabei am sonntag abend auch noch. alles in allem ein super-fest(ival), bei dem ich froh/stolz bin, dabeigewesen zu sein!

  • User: Felix Scharlau
  • Felix Scharlau 01.10.2006 | 17:09:58
    Mobilfunk deutlich teurer
    enttäuschend fand ich shellac auch nicht - sind sie ja eigentlich nie. aber von den (angeb) ungefähr sieben, acht shows, die ich bisher von ihnen gesehen habe, war das eher einer der "schlechteren". aber vielleicht hatte ich bisher auch glück. coco rosie haben wir leider verpassen müssen, deshalb steht da nichts drüber drin.

  • User: otic
  • otic 01.10.2006 | 17:16:35
    You can call me John!
    Bin neidisch wegen Seam.
    Aber auch erleichtert: Dachte schon Sooyoung Park wäre tot.

  • User: schnurr
  • schnurr 01.10.2006 | 23:39:46

    Habt ihr den Rest vielleicht auch gefilmt? Dann würde ich das gerne mal sehen, wenn schon vorher nichts davon gehört und sowieso kein Geld gehabt. Wär das drin?

  • flusch 02.10.2006 | 10:42:46

    "The Black Heart Procession (nun, den Sänger hätten wir lieber mal nicht gesehen)" pal jenkins zu hässlich?

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