c/o Pop Opening

mit Fettes Brot und MIT live

24.08.2006, 18:00, Text: Christina Bohn

23.08.2006, Köln, Jugendpark. \\"Spaßfaktor = 9,8\\", unter diesem Motto könnte die diesjährige Opening-Veranstaltung der c/o Pop gestanden haben. Mit Fettes Brot setzte der Veranstalter aufs richtige Zugpferd - wobei es \\"Zirkuspferd\\" eher trifft. Die drei Hamburger Jungs sollten sich tatsächlich überlegen, ob sie nicht als Stand-Up-Comedians ähnlichen Erfolg wie mit ihrer Musik verbuchen könnten. Gerade die Ansagen zwischen den alten Hits und neuen Songs, die \\"bisher zwar nur die Ratten aus dem Proberaum kennen\\", welche aber \\"nach dem zweiten Mal bereits mitsingen konnten\\", kamen beim Publikum gut an. Auch Informationen zum brotinternen \\"Schwanzvergleich\\" oder Auszüge aus dem Tourtagebuch-Kapitel \\"Gruppensex mit der Band\\" waren so charmant, dass sich niemand angeekelt zur Begleitung drehen musste.

In Deutschland haben es wahrlich nicht alle Musikgruppen verstanden, dass die Leute auf einem Konzert wohl doch lieber Musik hören möchten, als ellenlange Durchsagen zwischen den einzelnen Liedern. Wobei hier häufig nach dem Sinn, Inhalt und/oder dem Humor mit der Pinzette gesucht werden muss. Aber zurück zum Eröffnungsspektakel der c/o pop, dem Nachfolgefestival der Popkomm in Köln. Fettes Brot haben gut abgeliefert, den Mob mit der dicken Kioskverkäuferin \\"Emanuela\\" und dem Gewissenskonflikt \\"Jein\\" ganz schön zum Hüpfen gebracht und durch etablierte Mitsingspiele Endorphine im Blut der Zuhörerschaft freigesetzt.

Vor den Hamburgern hat die Gruppe MIT aus Köln den Anheizer gemimt. \\"It's your Heimspiel\\" titelte Sänger und Bassist Edi Winarni richtig. Geradezu entzückt war ich davon, einmal eine Live-Band serviert zu bekommen, die keine Gitarre am Start hat - lediglich Schlagzeug, Bass und Moog-Synthie. Abgedreht, abgefahren, ab zum Feiern. Tolle Synthesizer-Flächen, ein tanzbarer, aber frischer Beat und interessante Texte. Da kann man für die Zukunft noch einiges erwarten. Eben mit MIT mit (har).

Auch Kumpel Petrus hatte wohl schmunzeln müssen und blieb der Eröffnungs-Sause gnädig, bis zum Ende, das sehr zeitig eingeläutet wurde - um kurz nach 21 Uhr. Dennoch mit Frohsinn im Gemüt wurde der schier endlos scheinende Heimweg über die Zoobrücke angetreten. Auf halbem Weg noch einmal stehen bleiben, einen Blick auf die erhabene Kölner Dom-Kulisse werfen, um danach verirrten Italienern den Weg zur Festivalzentrale zu weisen.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
Fettes Brot, MIT
Alle Artikel von Christina Bohn
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
Anzeige
 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.