Die Sterne live

Noch eins, noch eins, noch eins...

29.04.2006, 11:11, Text: Felix Knoke

10.04.06, Hamburg, Übel & Gefährlich

Man muss schon viele Treppenstufen steigen, um im Übel & Gefährlich zu den Sternen zu gelangen. Doch ist man erst einmal oben angekommen, will man nie wieder runter. Um es kurz zu machen: Dieses Konzert war phantastisch! Mit \\"Räuber & Gedärm\\" im Rücken spielten und spielten sich die Sterne vor dem Publikum im proppenvollen Bunker in Grund und Boden. \\"Ein Lied spielen wir noch!\\" Und dann noch eins und noch eins - beste Laune also auf der neuen Bühne!

Man muss es eigentlich nicht mehr erwähnen: Das Sterne-Repertoire ist voller Hits. Selbst nach zwei Stunden Dauerspiel kann nach ein Nachschlag serviert und eine Steigerung geboten werden.

Und dann: Noch mehr Mitsingen und Klatschen und Pfeifen und noch einmal das Bier vergessen. Schweiß und Tanz und Rauch und - Mann, was hat mich bloß so euphorisiert? Zuvor schon Gustav, die Wienerin mit den Walen. Gut, das Publikum konnte zum Teil nichts damit anfangen, sogar \\"Langweilig\\"-Rufe ertönten. Aber Gustav spielte durch und - wunderbar - als sie aufhört, ist dann doch jeder begeistert.

Gleich darauf dann Springen und Klatschen - die Sterne beginnen, strahlend und witzig. Musik und Gesang treten ordentlich Arsch, an Aufhören nach dem ersten Stück ist gar nicht zu denken. Es sollte so weitergehen. Als Frank Spilker bei den endlosen Chören des Publikums zu \\"Bis neun bist Du ok\\" dann anfängt bis zehn zu zählen, sieht das Publikum das Unheil kommen, schreit dagegen an - aber es wird jetzt vorbei sein. Spilkers Signale sind eindeutig: Noch mehr Klatschen und Pfeifen und Johlen geht einfach nicht. Die Zeichen sind klar, ein perfekter Abschluss! Doch gegen Publikumsmacht ist kein Rotwein gewachsen, Spilker und von der Schulenburg (mit Seemannsklavier) spielen doch noch weiter: \\"Wenn Dir St. Pauli auf den Geist fällt\\". Und dann ist sie auch wirklich da, die Gänsehaut. Jetzt aufhören, es ist so schön. Erschöpfter Applaus, noch ein Bier und dann wieder die lange Treppe hinunter, an strahlenden Gesichtern vorbei ins Hamburg Regenwetter. Scheiße, war das gut!



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