Detroit Electronic Music Festival 03. Movement

23.-26.05. – Detroit, Hart Plaza

19.06.2003, 12:48, Text: Thomas Venker, Thomas Venker

Ein überwältigendes Bild, diese feiernde Menschenmenge an der Detroiter Hart Plaza unmittelbar vor der Downtown am Detroit River, der die ehemalige “7th City” vom kanadischen Ontario trennt. Auch wenn das Ambiente etwas Karnevalesk rüberkommt mit all den Buden und Ständen (von Energy Drinks und Zuckerwatte bis zu den Platten von Transmat, Submerge und Co.), die aufgrund des immensen finanziellen Aufwands unumgänglich sind, muss man den neuen Organisatoren Derrick May und Kevin Saunderson attestieren, einen guten Job gemacht zu haben. Die beiden wurden erst im Januar mit der Leitung des Festivals beauftragt, was ihnen aber noch genug Zeit ließ, ein ansprechendes Line-up für die vier Bühnen zusammenzustellen.

U. a. dabei waren: Rolando, John Beltram, Recloose, Dabyre, Dwele, Juan Atkins, Shake, Eddie Fowlkes, ESG, Akufen, Thomas Fehlmann, Pole feat. Fat Jon, Dan Bell, DJ Magda und Jeff Mills (als Abschluss-DJ frenetisch gefeiert von seiner local Meute). Aber es war zu wenig Zeit, um die ganz großen Sponsoren an Land zu ziehen, zumal man es, so die beiden Veranstalter, als Schwarze auch nicht ganz so leicht hat, die Budgets zu knacken.

Die Vision, das 2000 von Carl Craig (der diesmal mit seinem Detroit Experiment dabei war) so grandios initiierte Festival zu revitalisieren (nachdem die zwischenzeitliche Organisatorin Carol Marvin 2001 und 2002 den Ruf ins Bodenlose geritten hatte), war es ihnen wert, privat in Vorleistung zu gehen. Eine Investition in ihre Heimatstadt Detroit. Die Stadt, die am Boden liegt wie keine andere in den USA. Ein Bummel durch die Innenstadt mutet wie ein Switch in einen Atomkatastrophen- oder Zombiefilm an: gefährlich kommt das nicht rüber, sondern nur noch unfassbar deprimierend. Außer einigen Firmenzentralen und unendlich vielen Parkhäusern ist hier nichts mehr im Einsatz. Schon gar nicht ein Restaurant. Essen in Detroit. Unmöglich. Dafür haut das mit den Clubs ganz gut hin. Zumindest während des Festivals. Auf den mindestens 20 Partys pro Nacht spielten u. a. Luomo, Stewart Walker, Speedy J, John Tejada, Robert Hood, Stacey Pullen, Suburban Knight, Todd Terry, Steve “Silk” Hurley. Und wem das noch nicht reichte und wer die richtigen Kontakte hatte, der konnte nachts noch rübermachen nach Ontario, wo Richie Hawtin zu einer Afterhour in sein Haus geladen hatte. Director’s Cut unter intro.de.



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