Immergut. Ich Lieb Nur Dich

30./31.05. – Neustrelitz

19.06.2003, 12:29, Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink

Man kennt das ja: Festivals, öhm, na ja – kommt die Band XY nicht auch im Herbst auf eine Clubtour? Dann können wir ja dahingehen. Aber zum Immergut gehe ich. Klarer Fall. So denken dermaßen viele, dass jedes Jahr schon einige Wochen vorher Menschen mit Tränen in den Augenwinkeln vom Vorverkaufsschalter zurückkehren. Denn das Immergut ist DAS Festival, das sich als nahezu Einziges in erster Linie “melodiöser Rockmusik” verschrieben hat. Ohne mit einer möglichst großen Anzahl an Monster-Headlinern zu glänzen. Stattdessen könnte das Zauberwort Homogenität heißen. Wahlweise auch Nostalgie. Denn auch dieses Jahr hatten ein paar Acts auf dem Immergut ihren großen Auftritt, die sich in den letzten Jahren um das Genre “Indierock” in Deutschland verdient gemacht haben und trotzdem ihre meisten Gigs mit durchschnittlich 100 Zuschauern bestreiten mussten.

Gefeiert wurden die überfüllten Zeltbühnen-Auftritte von Tilman Rossmy und Superpunk, wie es letztes Jahr mit Bernd Begemann und Samba geschah. Man gönnt es ihnen.

Daneben absolvierten natürlich auch einige junge heimische Bands ihr Immergut-Debüt. Von denen kamen neben The Robocop Kraus auch Sport und die Les Garçons sehr gut weg, und das, obwohl die beiden die undankbare Aufgabe des Openers ausfüllen mussten. Ansonsten wurde um die Headliner Console und Therapy? ein Line-up aufgebaut, das durchaus von sich behaupten kann, all die Facetten von Rock in gut zu featuren. Schön auch, dass gerade mit diesen Headlinern relativ genrefremde Acts eingebaut wurden. Denn während Consoles Fanbase doch noch eine recht große Schnittmenge mit dem gemeinen Indiefan aufweist, wurde Therapy?s Auftritt im Vorfeld hart diskutiert, letztendlich vom Großteil der Besucher aber als erfrischende Abwechslung empfunden. Wer kann auch schon zu “Nowhere” oder “Screamager” nein sagen? Das lenkte dann auch von den teilweise recht widrigen äußeren Bedingungen, die dieses Festival begleiteten, ab: too hot, dust in the wind und Mücken, die selbst hartgesottenen Burschen vom Lande sehr schlimm zu schaffen machten. Und, ganz nebenbei, Intro hatte dieses Jahr auch ein ganz romantisches Erlebnis: sternenklare Nacht, Lagerfeuer und Würstchen am Stock. Alle gemeinsam, und niemand sonst da. Das geht nur hier. Beim Immergut.



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