Bravo-Supershow für Erwachsene

Das ''Geheim''-Konzert der Strokes in Berlin

16.12.2005, 08:00, Text: Julia Gudzent, Julia Gudzent
[15 Kommentare]

12.12.05, Berlin, in der Maria

Die Maria am Ostbahnhof ist an diesem Abend mit einem stärkeren Aufgebot an Sicherheitsbediensteten ausgestattet als Guantanamo Bay: Schon auf der Straße vor dem Zaun, der das Venue umfasst, stehen mehrere muskelbepackte Security-Männer in Bomberjacken. Ihre Aufgabe: Karten kontrollieren, anpöbeln und ticketlose Fans verjagen. Der Weg zum Venue ist mit weiteren Leuten vom Sicherheitsdienst gesäumt. Am Eingang der Maria dann ein erneuter Check: Taschendurchsuchung, Kartenabriss, gezielte Fragen zur Person. The Strokes haben offenbar Angst, von ungebetenen Gästen belästigt zu werden.

Drinnen ist es so wie damals bei Take That: In heller Aufregung versuchen gestresste frühere Boygroup-Hörer verzweifelt, sich einen guten Platz vor der Bühne zu sichern.

Immer, wenn die Disco die Beschallung kurz unterbricht, wird kreischend nach The Strokes verlangt. Es wird geschubst und gerempelt, und während man seinem Nachbarn den Ellebogen in die Rippen stößt, wird aufgeregt spekuliert: Angeblich spiele die Band nur acht Songs - und dann auch nur neue vom Album \"First Impressions of Earth\".

Als The Strokes dann auf die Bühne kommen, hetzt der komplette Zuschauer-Mob noch weiter nach vorne, es wird noch mehr gedrängelt, gedrückt und um Plätze in den vorderen Reihen gekämpft. Arme und Beine fliegen wild durch die Luft, es wird getanzt und geschrieen, während die Jungs auf der Bühne ihrem Image gemäß eher gleichgültig wirken. Mit neuen Songs wie \"Razorblade\", \"Red Light\" oder der Single \"Juicebox\" schlagen die vier einen ruhigeren Ton als früher an, verfolgen jedoch ihr Erfolgsrezept des lasziv-gelangweilten Indierocks weiter - es gibt keine Überraschungen und somit wird auch niemand enttäuscht. Zwischen den neuen Stücken werfen die New Yorker auch den einen oder anderen älteren Hit ein, woraufhin das Publikum noch lauter kreischt und mitsingt. Sowieso ist der Geräuschpegel jenseits der Bühne um einige Dezibel lauter als auf der Bühne - alles ganz wie bei Robbie und Co. The Strokes sind eben die Boyband des Indierocks, eine abgefuckte Version von Take That. Und tatsächlich: Als The Strokes \"Last Nite\" anstimmen, flippt der ganze Saal vollkommen aus, das Publikum singt lauter als Sänger Julian Casablancas und es fehlt nur noch, dass die Mädchen in der erste Reihe ohnmächtig werden. \"Sind wir hier bei Tokio Hotel oder was?\", fragt einer. Und kreischt sofort los - zur Verdeutlichung, versteht sich.



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  • norman 16.12.2005 | 09:22:02

    klingt doch gut die aktion. da geht
    wenigstens mal was, nicht so
    langeweile-indie ohne mädchen
    und so..

  • norman 16.12.2005 | 09:22:02

    klingt doch gut die aktion. da geht
    wenigstens mal was, nicht so
    langeweile-indie ohne mädchen
    und so..

  • User: Philal
  • Philal 16.12.2005 | 10:56:31

    indie ist somit das gegenteil von freude und temperament..
    warum geht die julia denn überhaupt dahin?

  • User: Philal
  • Philal 16.12.2005 | 10:56:31

    indie ist somit das gegenteil von freude und temperament..
    warum geht die julia denn überhaupt dahin?

  • dubernd 16.12.2005 | 12:45:11

    hat die julia irgendwann sowas in die richtung gesagt?? aber hast recht, ich find konzerte bei denen irgend n heini meint er müsse zeigen das er das lied auswendig kann und mit der penetrantesten stimme auf direktem wege in mein ohr singt auch klasse! und kreischen is sowieso das grösste!

  • dubernd 16.12.2005 | 12:45:11

    hat die julia irgendwann sowas in die richtung gesagt?? aber hast recht, ich find konzerte bei denen irgend n heini meint er müsse zeigen das er das lied auswendig kann und mit der penetrantesten stimme auf direktem wege in mein ohr singt auch klasse! und kreischen is sowieso das grösste!

  • User: scr
  • scr 16.12.2005 | 13:24:15

    fragt sich eigentlich nur. ob irgend jemand von diesen ganzen schreiberlingen auch mal die klasse der neuen songs bzw. der alten berücksichtigt. dass die tracks live noch viel intensiver sind....und die leute in der 30 reihe eh von den ersten reihen garnichts wissen wollen.

    mh. und wer beim gig, während "reptilia" nich mal son kleines wow ausspuckte..der hätte doch auch garnicht kommen brauchen.

  • User: scr
  • scr 16.12.2005 | 13:24:15

    fragt sich eigentlich nur. ob irgend jemand von diesen ganzen schreiberlingen auch mal die klasse der neuen songs bzw. der alten berücksichtigt. dass die tracks live noch viel intensiver sind....und die leute in der 30 reihe eh von den ersten reihen garnichts wissen wollen.

    mh. und wer beim gig, während "reptilia" nich mal son kleines wow ausspuckte..der hätte doch auch garnicht kommen brauchen.

  • User: i_am_kloot
  • i_am_kloot 16.12.2005 | 13:32:51

    ...wieso Erwachsene?

  • User: i_am_kloot
  • i_am_kloot 16.12.2005 | 13:32:51

    ...wieso Erwachsene?

  • hansmoleman 16.12.2005 | 14:51:57
    ...behaupte ich mal so.
    das find ich ja witzig. die reviews in den tageszeitungen klangen ganz anders. die schreiberlinge von denen zeigen sich aber eigentlich immer betont unbeeindruckt. wenn betreffender künstler schon 30-40 jahre bühnenerfahrung hat besteht vielleicht eine kleine chance, das der herr tagesjournalist mal eine augenbraue hebt...

  • hansmoleman 16.12.2005 | 14:51:57
    ...behaupte ich mal so.
    das find ich ja witzig. die reviews in den tageszeitungen klangen ganz anders. die schreiberlinge von denen zeigen sich aber eigentlich immer betont unbeeindruckt. wenn betreffender künstler schon 30-40 jahre bühnenerfahrung hat besteht vielleicht eine kleine chance, das der herr tagesjournalist mal eine augenbraue hebt...

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