
Der rote Oktober
Broadcast und Jersey live
06.10.2005, 17:31, Text:
Christian Steinbrink,
Christian Steinbrink
[13 Kommentare]
05.10.05, Gebäude 9, Köln
Wer schrieb da noch vor Monaten, dass Maximo Park die erste vom britischen Tanzlabel Warp gesignte Gitarrenband seien? Stimmt ja gar nicht. Broadcast sind's und waren's, und am Interessantesten an dieser Feststellung ist sicherlich die Frage, warum die Gitarren in der Wahrnehmung der Birminghamer so oft vergessen werden. Wahrscheinlich deshalb, weil sie immer noch am besten als neuzeitliche Variante Velvet Undergrounds beschrieben werden, und dabei jedenfalls bisher immer alles andere als einen rockigen Gestus hatten. Diese Band war also angetreten, um ihr neues, wieder sehr tolles Album \\"Tender Buttons\\" im Gebäude 9 vorzustellen.
Einen gehörigen Anteil am Gelingen dieses Abends hatte aber auch die Supportband, die mit dieser Zuschreibung meiner Meinung nach viel zu wenig wertgeschätzt wird.
Als Broadcast vor einigen Jahren schon mal die gleichen Bretter beehrten, waren alle ihre Entscheidungen einer möglichst eindeutigen, psychedelischen Atmosphäre geschuldet. Das Licht war damals durchgehend dunkelrot, Keyboards und Orgeln dominierten zuungunsten der Gitarren, die Visuals waberten, dass man Augenschmerzen bekam, und Trish Keenan croonte ausdauernd wie Nico in ihren wenigen besten Jahren. Und, um in die Gegenwart zurückzukommen, das mit der Stimme war auch dieses Mal so. Ansonsten haben sich Broadcast live aus der Umklammerung der ihnen zugeschriebenen Attribute gelöst. Sie geben sich immer noch viel Mühe mit den Nebenschauplätzen einer Rockshow, sind dabei aber nicht mehr so streng mit sich selbst. Die Visuals waren an diesem Abend deutlich dezenter, sie ließen auch mal Zimmerlicht scheinen und, hin und wieder, ihre Gitarren im Noise waten. Diese offensichtlichen Enthemmungen taten dem Auftritt gut, denn sinnliche Reize besitzt diese Band immer noch in Hülle und Fülle. Reize, die zwischen Kunstkontext und Softporno changieren, die ins Träumen abdriften lassen und gleichzeitig zur Aufmerksamkeit zwingen. Zugeben muss man dabei zwar, dass sich musikalisch bei der Band trotz der vielen Jahre auf der Straße nie viel geändert hat. Das könnte eine Erklärung für die nur 100 erschienen Zuschauer sein. Aber trotzdem sollte jeder zugestehen können, dass Broadcast im zeitgenössischen Popkontext ziemlich einzigartig geblieben sind. Und das allein ist schon ein Grund, um sie sich in schönen Abständen immer wieder Mal anzuschauen.
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Sandro Boege 06.10.2005 | 17:37:22
öh.
ja herr steinbrink, dich hab ich gar nicht gesehen gestern!
ich war ganz platt nach dem konzert und trage jetzt noch ein zufriedenes grinsen auf dem gesicht weils so großartig war.
war aber auch nach jahrelangem verpassen endlich mein erstes broadcast konzert.
Sandro Boege 06.10.2005 | 17:37:22
öh.
ja herr steinbrink, dich hab ich gar nicht gesehen gestern!
ich war ganz platt nach dem konzert und trage jetzt noch ein zufriedenes grinsen auf dem gesicht weils so großartig war.
war aber auch nach jahrelangem verpassen endlich mein erstes broadcast konzert.
elodie 06.10.2005 | 18:43:33
ich fands auch super toll, jersey waren mir allerdings wider Erwarten doch ein wenig langweilig.
elodie 06.10.2005 | 18:43:33
ich fands auch super toll, jersey waren mir allerdings wider Erwarten doch ein wenig langweilig.
hansmoleman 08.10.2005 | 11:30:15
...behaupte ich mal so.
hmm... ich hab broadcast jetzt in berlin gesehen und kann den enthusiasmus gar nicht teilen. das songwriting hat bei den neuen stücken (die waren in der überzahl) doch stark gelitten. so grossartig durcharrangierte stücke wie auf dem debut gibt es inzwischen überhaupt nicht mehr.
warum die nach einer stunde (inkl. 2 stücken als zugabe) abgedampft sind, ohne [I]papercuts[/I] oder [I]come on, lets go[/I] gespielt zu haben, bleibt mir unverständlich.
schade auch.
hansmoleman 08.10.2005 | 11:30:15
...behaupte ich mal so.
hmm... ich hab broadcast jetzt in berlin gesehen und kann den enthusiasmus gar nicht teilen. das songwriting hat bei den neuen stücken (die waren in der überzahl) doch stark gelitten. so grossartig durcharrangierte stücke wie auf dem debut gibt es inzwischen überhaupt nicht mehr.
warum die nach einer stunde (inkl. 2 stücken als zugabe) abgedampft sind, ohne [I]papercuts[/I] oder [I]come on, lets go[/I] gespielt zu haben, bleibt mir unverständlich.
schade auch.
deondevens 08.10.2005 | 15:10:49
come on let's go haben sie in Köln und Brüssel zumindest gespielt...wundert mich. vielleicht war's die berliner luft ....
deondevens 08.10.2005 | 15:10:49
come on let's go haben sie in Köln und Brüssel zumindest gespielt...wundert mich. vielleicht war's die berliner luft ....
Blockbuster 09.10.2005 | 12:51:30
fotos vom kölner konzert gibt es auf Link
einfach auf "konzerte" gehen, ganz nach unten scrollen und die bandlinks anclicken.
kennt jemand den bandlink von jersey?
Blockbuster 09.10.2005 | 12:51:30
fotos vom kölner konzert gibt es auf Link
einfach auf "konzerte" gehen, ganz nach unten scrollen und die bandlinks anclicken.
kennt jemand den bandlink von jersey?
summervine 03.12.2005 | 23:43:36
www.myspace.com/lokmusikjersey
summervine 03.12.2005 | 23:43:36
www.myspace.com/lokmusikjersey
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