Zwischen David Bowie und Manowar

My Chemical Romance live in Zürich

12.09.2005, 10:00, Text: Christian Walter, Christian Walter

01.08.2005, Zürich, Abart

\\\\"Carefull there, if you're little you will get crushed, better move away.\\\\" Abart Musicclub Zürich, Halbzeit im einzigen Schweizer Konzert von My Chemical Romance. Sänger Gerard Way, schweissverschmiertes Augen Make-up inklusive, zeigt sich sichtlich besorgt um das körperliche Wohlbefinden eines seiner unzähligen weiblichen Fans (Anteil überproportional hoch). Deshalb erst mal kurze Pause, runter vom Gas, und was spielen für alle Feuerzeug- und Handyenthusiasten. Aber Stop und zurück zum Anfang.

Donnerstag Abend in Zürich, das Abart ist proppenvoll und der versammelten Teeniemenge läuft auch vor Konzertbeginn schon der Schweiss herunter.

Als My Chemical Romance gegen kurz nach zehn auf die Bühne kommen, ist die Erwartungshaltung des Publikums hoch. Opener ist 'I'm not ok (I promise)' vom aktuellen Album 'Three Cheers for Sweet Revenge'. Das Lied scheint bekannt genug, dass der Text vom Publikum ohne Probleme mitgesungen werden kann. Ein Phänomen, das sich an diesem Abend noch öfter beobachten lässt. Ohne Pause bolzen sich die fünf Jungs aus New Jersey durch die ersten paar Nummern ihres Sets. Sänger Way steht gern zu Anfang des Lieds mit dem Rücken zum Publikum und gibt sich auch sonst beim Posieren recht Mühe. Irgendwo zwischen David Bowie und Manowar wird mit Hingabe zum Detail ein ganzer Pantheon von Rockgöttern beschworen. Was er allerdings so an Zwischenansagen von sich gibt, soll hier unerwähnt bleiben, die müssen wirklich nicht in die Annalen der Rockgeschichte. Sonst kann man an der Show nichts aussetzen; die Menge Energie, die von der Band durch das ganze Set freigesetzt wird, ist beeindruckend und entfaltet sich in Wechselwirkung mit dem Publikum immer mehr. Es wird kräftig gemoshed, und auch der eine oder andere Crowdsurfer ist zu sehen. Besonders zu erwähnen, wäre da vielleicht noch die a-capella Version von Oasis' 'Don't look back in anger'. Es ist schon beeindruckend, was Sänger Way aus seiner Stimme rausholt; vor allem, wenn man die Möglichkeit hat, das recht breite Spektrum seiner gesangstechnischen Ausdrucksweise parallel zu seiner etwas dünnen Stimme bei den Zwischenansagen zu erleben.

Schade nur, dass das Konzert nach nur einer Zugabe, 'Helena', und etwas über einer Stunde Spielzeit schon zu Ende ist. Materialmangel kann es nicht sein, gerade Lieder wie 'Vampires will never hurt you' oder 'Drowning Lessons' überraschen mit Abwesenheit. Zwei Theorien drängen sich auf. Entweder haben die Jungs keinen Bock mehr oder aber man musste sich lokalen Gegebenheiten fügen. Man ist halt in der Schweiz, da geht man früh zu Bett und vorher muss halt auch Zeit zum Putzen sein...



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
Anzeige
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]