Bittersweet Symphony

Live 8 live

04.07.2005, 15:25, Text: Sascha Ziehn, Sascha Ziehn
[4 Kommentare]

02.07.05, London, Hyde Park

Es ist natürlich so eine Sache, wie man sich zu Bob Geldofs großer Schuldenerlass-Gala stellt. Auf der einen Seite ist es nie schlecht, mit einem Medium wie Popmusik auf globale Probleme hinzuweisen. Aber es gibt, gerade im Fall von Live 8, doch diverse Zynismen. Denn das Staraufgebot, das hier weltweit zusammengekarrt wurde, ist allein schon so milliardenschwer, dass viele Probleme mit dem Privatkonto gelöst werden könnten. Oder wie es ein Kollege von der BBC formulierte: Allein Elton Johns Brillensammlung ist soviel wert, dass man von dem Erlös locker den Senegal entschulden könnte.

Ein weiterer Kritikpunkt: Vor allem beim wohl wichtigsten Live 8 Konzert in London waren so gut wie keine afrikanischen Künstler vertreten - Youssou N'Dour war die Ausnahme, und der war nur Duettpartner von Dido. Was bei aller Kritik bleibt, ist ein am Ende doch großartiges Konzert im Hyde Park. Prominenter kann ein Line Up einfach nicht ausfallen: Coldplay, U2, R.E.M., Robbie Williams, Madonna, Pink Floyd (zum ersten Mal seit 1981 wieder mit Roger Waters), Paul McCartney, Snoop Doog und als Bühnenmoderatoren unter anderem Kofi Annan, Brad Pitt, David Beckham und - jaja - Boris Becker.

Den Anfang machte natürlich McCartney - zusammen mit U2 gab er \\\\\\\\\\\\\"Sgt. Peppers Lonely Heartsclub Band\\\\\\\\\\\\\". Bono entließ typisch pathetisch bei \\\\\\\\\\\\\"Beautiful Day\\\\\\\\\\\\\" mehrere Duzend weiße Tauben in die Freiheit, Coldplay unterstützten Richard Ashcroft beim großartigen \\\\\\\\\\\\\"Bittersweet Symphony\\\\\\\\\\\\\" und Pete Doherty gab Elton John nach der gemeinsamen Aufführung von \\\\\\\\\\\\\"Children Of The Revolution\\\\\\\\\\\\\" einen Schmatzer auf den Mund. Bei Robbie Williams schließlich tobten die etwa 200.000 Zuschauer im Hyde Park - \\\\\\\\\\\\\"Angels\\\\\\\\\\\\\" wurde zum prickelndsten der vielen Gänsehautmomente. Das Finale war - natürlich - \\\\\\\\\\\\\"Hey Jude\\\\\\\\\\\\\", bei dem alle Stars, die noch da waren, auf die Bühne kamen und beim großen \\\\\\\\\\\\\"Naaa-Nana-Nananana\\\\\\\\\\\\\" mitsangen. Sieht man Live 8 in London einmal losgelöst vom politischen Hintergrund und den damit verbundenen Magenschmerzen war es ein großes Konzert - für die Fans wahrscheinlich das größte Konzert ihres Lebens. Und das kann so schlecht nicht sein.



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  • faster23 04.07.2005 | 16:55:49

    Pink Floyd waren geil, der drogensüchtige, metrosexuelle Typ von n Babyshambles hatte mehr zu tun seine Eisenbahnermütze festzuhalten als zu singen und Ashcroft mit Coldplay war sehr übel. Aber Pink Floyd!

  • User: lamb
  • lamb 04.07.2005 | 19:08:16
    schreibt
    coldplay + ashcroft waren natürlich sehr geil.

  • User: UweB
  • UweB 09.08.2005 | 00:57:52

    ...für mich war Madonna der absolute Hammer.
    Bei like a Prayer hab ich auch bei der Wdh. (Phoenix) ne Gänsehaut bekommen.

    Sie hat s einfach drauf. Live super gesungen.

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