
Mann von Gitarre angegriffen!
Acid Mothers Temple live
12.11.2004, 16:30, Text:
Carsten Schumacher,
Carsten Schumacher
[5 Kommentare]
11.11.04, Köln, Kulturbunker Mühlheim
Eigentlich heißen sie ja Acid Mothers Temple And The Melting Paraiso U.F.O. (= \"Underground Freak Out\"). Das klingt nicht nur mächtig nach 70er Jahre Krautrock mit Psychedelic-Verzerrungen und Experimental-Einschlägen, das ist auch trotz der Tatsache so, dass sich diese japanische \"Soul Collective\" erst 1996 gegründet hat. Aber was gestern als einziges Deutschland-Konzert unter Aufsicht von aufgerundet 50 zahlenden Gästen im Kölner Stadtteil Mühlheim gezeigt wurde, entsprach in seiner offenen Ausdrucksform plus Unterhaltungswert durchaus dem Genre in Blütezeiten.
Nahtloser Übergang von Obertönen zu Grunzen, Kopfstimme und Flüstern in vierstimmigen Gesang? Kein Problem. Mantra-artige Arrangements, folkloristische Eskapaden gefolgt von Noise-Attacken und abschließend noch ein paar Stoner-Riffs? Can do! Wenn Gitarrist Mokoto Kawabata seine Soli ausbrechen lässt, verschwimmen die Finger vor Geschwindigkeit und es scheint plötzlich als werde er von seinem Instrument angegriffen und könnte sich nur durch eine wüste Massage desselben wehren. Das Schreien der Saiten zeugen überdies ohnehin von einem Kampf. Zum Schluss hängen selbige schlaff vom abgeliebten Körper herunter und der Instrumentalist mit dem Slash-Schopf lässt sie immer wieder um sich herumkreisen bevor er sie fast achtlos in die Versenkung wirft. Dem gemeinen Malmsteen-Fetischisten wäre spätestens hier das Herz gebrochen.
Der Abgang nach der Zugabe war dann analog theatralisch und humorvoll wie das fast zweistündige und kurzweilige Konzert. Nach erneut mehrstimmigen Acapella-Mantra bewegen sich die Musiker im Entenmarsch backstage, während Bassist Atsushi Tsuyama noch betont weiter singend sämtliche Bühnenelemente ordnet, die Instrumente einsammelt und die Geräte ausschaltet. Wäre ein Vorhang da gewesen, hätte er genau dann fallen dürfen.
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seemon 12.11.2004 | 18:47:56
hm??? warum erfährt man denn nirgendwo, dass die in deutschland spielen? mist.
Carsten Schumacher 12.11.2004 | 19:35:03
Mir hat's unsere Termindatenbank verraten. Dass es das einzige Konzert in Deutschland war, erfuhr ich allerdings erst dort.
TASMAN 12.11.2004 | 19:59:48
hätte ich auch gerne gesehen.
"Shame on a nigga who try to run game on a nigga, Wu buck wild with the trigga! Shame on a nigga who try to run game on a nigga, Yo I'll fuck ya ass up", digger!
Old Dirty Bastard
(damit meine ich mich selbst:-)
seemon 13.11.2004 | 03:03:39
hm ... aber ist schon sehr unwahrscheinlihc, dass ich nach acid mothers temple in euren daten such. hättet ihrs nicht einfach präsentieren können?! ach, jetzt isset eh zu spät ...
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