
The 80's now, Frankenstein
The Faint und Sunshine live
30.09.2004, 14:06, Text:
Thomas Markus,
Thomas Markus
28.09. – Prime Club, Köln
Auf meine Frage, wie denn die Vorband nun hieße ruft mir eine Bekannte im Stimmengewirr den Namen zu. \\\\"Was? Frankenstein? Echt?\\\\".
Verständnislose Blicke meines Gegenübers, signalisieren, dass ich auf dem Holzweg bin. \\\\"Nee, Sunshine\\\\", werde ich mit mitleidigem Grinsen berichtigt. Obwohl ich nun nicht weiß, welcher Name besser passt, denn ziemlich finster sehen die Gestalten auf der Bühne schon aus - so ganz in schwarz. Darüberhinaus ist auch der Sound eher oppositionell zum eigentlichen Bandnamen zu betrachten. Noisige Gitarrenwände und sich wiederholende, monotone Themen erinnern zeitweise an die Riffarbeit der Sisters 'Vision Thing'-Ära.
The Faint treten zwischen zwei großen Beamer-Leinwänden auf, die passend zu jedem Song Visuals, ähnlich der 'Wet From Birth'-Cover-Ästhetik, zeigen. Einsätze, Steigerungen und Satz-Fragmente werden durch die Installationen im perfekten Wechselspiel überzeichnet. Was den Songs und deren Vehemenz zu Gute kommt, gereicht dem Improvisations-Rahmen der Omaha-Jungs zum Nachteil. Für Ansagen oder Interaktionen mit dem Publikum ist da kein Platz, jedoch agieren die Fünf um Sänger Todd Baechle so auf den Punkt, dass dieses Manko, für mich persönlich nicht wirklich zum tragen kommt. Eine Performance ohne Gitarrenstimmerei und Rumgeplänkel zwischendurch hat durchaus seine Reize. So reiht sich größtenteils Material vom neuen Album wie 'Desperate Guy', 'I Disappear' , oder 'Phonecall' Stück für Stück direkt aneinander. Aber auch Songs wie 'Agenda Suicide' von der 'Dance Macabre' oder das Talking Heads-Cover 'Psycho Killer' kommen zum Zug. Und was will uns der Talking Heads-Song mitteilen? Genau: The 80s now, bitte! Da liegen die Wurzeln und momentan gibt es keine Flucht vor dem Wave-Synthie....(s.o.)-Revival. The Faint sind da mitten drin. Doch bei den Saddle Creek-Schützlingen funktioniert das etwas anders. Wo The Rapture oder Radio4 bewusst die Gitarre mit drönenden Bässen und einzelnen Beats korrelieren lassen, legen The Faint den Schwerpunkt auf Bass und Elektronika. Das mag stringenter und weniger organisch wirken, kommt aber auch kompakter. Wobei die Visuals unter diesem Aspekt ihr übriges beisteuern. Und was machen die Füsse bei Kompaktheit für Auge und Ohr? Die der Anwesenden bewegen sich emsig, blickt man in die vorderen Reihen. Im Strobo-Gewitter wird gehüpft und fliegen Haare, und wenn die erstmal fliegen, ist es auch egal wie und wer hier zitiert wird - dann wir getanzt.
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
NEUE TOURNEEN
- alles Neue

