
Sound + Problem
The Stills/ Campus live
07.09.2004, 17:40, Text:
Jeffrey Kubiak,
Jeffrey Kubiak
[3 Kommentare]
06.09.04, Köln, Gebäude 9
Motto des heutigen Abends: Lautstärkeprobleme. Beide Bands, die Münchener Campus als Support und eben The Stills aus Montreal hatten die Technik nicht ganz auf ihrer Seite, denn zuerst vertrieben ohrenbetäubende, und wohl nicht ganz beabsichtigte Federhall-Crashes aus Campus' Gitarrenverstärkern einige der langsam eintrudelnden Zuschauer und bei den Stills verabschiedete sich das Bassdrum-Mikro schon nach dem ersten Song. Doch ließen sich weder Support-, noch Hauptact davon sonderlich irritieren - Live-Routine kann also doch zu etwas gut sein.
Musikalisch ließen Campus durchaus aufhorchen.
Mit den Stills (mit Live-Keyboarder zu fünft) war dann auch ein Großteil des Publikums angekommen, das an diesem Abend tatsächlich überwiegend so wenig The-Appeal hatte (junge Mädchen, stylische Outfits, Frisuren, der ganze Kram eben….), wie The Stills The-Musik machen. Es geht hier vielmehr um elegischen Pop, flirrende Gitarren neben Elektrosounds und hallgefluteten Gesang mit vielen \\"aaahhhhs\\". Die recht straff produzierten Songs des Albums sind live um instrumentale Parts bereichert, die aber alles andere als stumpfe Solo-Ergüsse sind, sondern den Spannungsbögen eine deutlichere Ausprägung verleihen. Dabei hängen zeitweise alle drei Saitenbediener dramatisch weit über ihre Instrumente gebeugt, verloren im funkelnden Sound. Dass Kanada nicht die USA sind, ist sicher eine richtige Feststellung, doch die typisch US-Entertainment-Schule hat sich auch dort anscheinend durchgesetzt, was zumindest die etwas bollerigen, übertrieben-anheizerischen Ansagen zwischen den Songs erklären würde, die wirklich gar nicht in das Bild von Musik und Band passten.
Nach ca. 45 min. ist dann völlig unerwartet Schluss, ohne dass wenigstens die Songs des Albums alle gespielt worden wären. Die Zugabe war allerdings obligatorisch, da die Band noch etwas in Petto hatte. Der erste Song, nicht vom Album, war eine sich langsam aufbauende, wabernde Sound-Orgie, wie ein kleines Konzert in sich strukturiert. Beim folgenden 'Yesterday Never Tomorrow' verließ dann Drummer Dave Hamelin seinen Arbeitsplatz und wurde Frontman, was er nach allen Regeln der Kunst auskostete und begeistert Möglichkeiten der Publikumsinteraktion durchprobierte. Die Drum-Machine übernahm seinen eigentlichen Job und blieb nach Abgang der Band (Dave ging übrigens als erster…) als letztes Instrument vernehmbar. Insgesamt ein wunderbares, packendes Konzert, was noch schöner gewesen wäre, hätten sich die Lautstärkeprobleme nicht auch auf den Gesang ausgewirkt - weiter vorne war er kaum zu hören, im hinteren Bereich des Saals dagegen fast zu laut. Aber diese Dinge hat eine Band ja leider nie in der Hand, sie kann einfach nur spielen, doch routiniert hin oder her, sie machen es wunderschön.
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Gino Ginelli 09.09.2004 | 13:30:02
Das mit den langweiligen (?) Fans hör ich jetzt zum dritten Mal nach dem Konzert. Abgesehen davon, dass mir der Glamour-Faktor des Publikums in diesem Falle piepe ist, weiß ich nicht, was den Anwesenden eigentlich vorzuwerfen ist. The Stills sind nicht The Moshpit, schreibst du ja selbst. Ansonsten: tolle Band, gutes Konzert, auch wenn man nicht alle Hits gleich am Anfang verschießen sollte.
Lilly 11.09.2004 | 22:14:25
och, langweilige fans steht da doch gar nicht, sondern daß das gebäude 9 halt nicht voll war von gestreiften shirts und schwarzen chucks. ist ja aber auch wirklich egal. schönes konzert, interessante band zum anhören und angucken.
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